Fusionsdividende
Nur zehn Tänzer, das hat auch Vorteile. Man muss sich als Dramaturg bei einer Sonntagmorgen-Einführungsmatinee im Freiburger Theater (mit rund fünfzehn Senioren und Lehrern) auf die unvermeidliche «Schwanensee»-Diskussion gar nicht erst einlassen. Das ginge ja schon allein wegen der Größe des Ensembles nicht, sagt Oliver Held und überlässt es der Chefin der neuen Kompanie, Irina Pauls, darauf zu bestehen, dass auch ästhetische Gründe für zeitgenössischere Formen sprechen.
Zehn Tänzer, das sind genau genommen pro Stadt nur fünf.
Denn geradezu beispielhaft für die kulturpolitische Zukunft deutscher Kommunen teilt sich Freiburg – nach Abschaffung der Truppe von Amanda Miller – nun ein Ensemble mit Heidelberg. Und auch Heilbronn bekommt noch etwas ab davon.
Aber Abdecken soll das neue Tanztheater am liebsten alles. So beginnt die Eröffnungspremiere für ein Tanztheater überraschend ballettig mit einer Gastchoreografie von Joachim Schlömer, wenn auch anders als sich das die «Schwanensee»-Dame gedacht hat: «Ten» ist eine Raum- und Bewegungsstudie, ein (allerdings arg fragmentierter) Essay. Romantische Landschaftsprospekte fahren auf und nieder, ein Vorhang aus großen Metallringen teilt ...
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