Ein Ballett namens Drosselmeier
In Hagen hat Richard Wherlock 1993 schon einmal einen «Nussknacker» herausgebracht. Und nun für Basel eine neue Version geschaffen. Er müsste eigentlich «Drosselmeier» heißen. Denn der Pate Drosselmeier steht als Drahtzieher im Mittelpunkt und betritt zu Beginn die leere Bühne, gefolgt von einer Schar Ratten in Punk-Kostümen. Ihr Anführer, King Rat, verschafft sich mit athletischer Körpersprache Respekt. Drosselmeier dagegen setzt die Illusionsmaschinerie des Theaters in Gang.
Auf sein Geheiß richten die Ratten das bürgerliche Wohnzimmer mit einem Weihnachtsbaum ein.
Es gibt Geschenke und die üblichen Streitereien. Der Choreograf zeichnet menschliche Figuren mit ihren Sehnsüchten. Drosselmeier, fabelhaft verkörpert von Michaël Lamour, ist ein diabolischer, ein getriebener Mensch auf der Suche nach einer unbeschwerten Kindheit und dem Zauber der Theaterbühne. Der Nussknacker, den er der jungen Clara schenkt, steht für die helle Seite seiner Persönlichkeit.
Wie andere Choreografen vor ihm strebt Wherlock danach, der Balletthandlung durch den Rückgriff auf die Fantasiewelt E.T.A. Hoffmanns mehr Zusammenhalt zu geben. Sein «Nussknacker» schildert keinen Traum in der Konfektschachtel, ...
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