Fremde Tänze

Wie exotisch dürfen Tänze noch sein? Wie politisch korrekt müssen sie bleiben? Das Julius-Hans-Spiegel-Zentrum sucht in Berlin nach Antworten.

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Nelisiwe Xaba stammt aus Soweto nahe Johannesburg in Südafrika. Vor einem Jahr war sie zu Gast im Schwarzwald. So wie sonst Europäer zu den rot gewandeten Massai nach Kenia reisen, erlebte Xaba hier, wie alemannische Ureinwohner schreckliche Stammestänze zelebrierten, die sie «Fasnet» nennen. Sie erlebte den Mummenschanz und sah grausig tanzende Masken. In den mystischen Wäldern zwischen Rhein und Donau schlug Nelisiwe Xaba ihr Zelt auf, das ihr als Rock eines Schwarzwaldmädels ebenso diente wie als Projektionsfläche für Postkartenansichten der Stadt Freiburg im Breisgau.

Es war, als wollte die Choreografin touristische Wünsche wecken auf ihrer Tournee nach New York und Johannesburg, nach der Premiere ihres Stücks im Foyer des Theaters Freiburg.
 
«Fremde Tänze» hieß es, und erinnerte 2014 klug etwa an Mary Wigman und deren indisch inspirierte Choreografien «Schatten» und «Ekstatische Tänze». Was bei Wigman noch Zitat war, führte zu Beginn des letzten Jahrhunderts auch zu lustvolleren exotischen Komplett-Anverwandlungen des so weit entfernten Fremden. Nelisiwe Xaba zeigt auf Sent M‘Ahesa, eine Dame, hinter der sich um 1910 die in Riga geborene Else von Carlberg verbarg. Ihre Sent ...

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Tanz Januar 2016
Rubrik: Ideen, Seite 60
von Arnd Wesemann

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