Frederick Ashton: "Sylvia"

Berlin

Tanz - Logo

«Du guter Gott», hat sich schon vor mehr als hundert Jahren Eduard Hanslick gefragt, «was gehen uns die Gottheiten an? Die zärtlichen Liebespirouetten von Nymphen und Schäferinnen, die begeisterten Bocksprünge unsauberer Faune, diese immer sprungbereite Allmacht Dianas oder Amors? Für wen haben sie noch ein dramatisches Interesse?» Und der Kritiker aller Kritiker hält mit seiner Antwort keineswegs hinterm Berg – und ist des Lobes voll über eine Musik, die «zum Teil ganz herrlich ist und durchdrungen von einer unglaublichen Sinnlichkeit».

Sie wurde 1876 von Léo Delibes zur Eröffnung der Pariser Opéra komponiert, die Frederick Ashton zu einem seiner sensibelsten Stücke inspiriert hat: 1952 choreografiert der «Shakespeare des Tanzes» (John Percival) für Margot Fonteyn eine «Sylvia», die nicht nur Amintas Herz hörbar höher schlagen lässt.
Das ist auch bei der deutschen Erstaufführung in Berlin nicht anders, wo Polina Semionova ihren Part übernimmt. Pfeilschnell schießt sie über die Bühne der Deutschen Oper, den silbernen Bogen immer kampfbereit: die schönste Sylvia, die sich derzeit denken lässt, und zugleich eine traumhaft sichere Tänzerin, die die größten Schwierigkeiten sportlich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 32
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Marco Santi: "Silber"

«Welcome to an unforgettable evening of your life.» Angelika Thiele verspricht dem Publikum hüftwackelnd nicht zu viel, denn bevor die eigentliche Show beginnt, gilt es erst mal Abstand gewinnen von einem Theater, wie es für gewöhnlich auch in Osnabrück praktiziert wird. Noch hat man ihren hingehauchten Ratschlag «Don’t take everything too serious» im Ohr, da sieht...

"Love & Dance"

Der Tanz ist für ihn nur Mittel zum Zweck: Chen, gerade mal dreizehn, will unbedingt Natalie kennen lernen. Heimlich beobachtet er sie durch eine Kamera, wie sie vor einem Spiegel ihre Posen probt. Statt Judo also Gesellschaftstanz. Statt Natalie die gleichaltrige Sharon. Ihr fehlt der Mann, und so stolpert er widerstrebend hinein in eine Partnerschaft, die anfangs...

Bettina Wagner-Bergelt

Bettina Wagner-Bergelt
als Ballettdramaturgin und Stellver­treterin des Direktors des Bayerischen Staatsballetts sind Sie 2008 die Kuratorin des Münchner Tanzfestivals Dance. In den 1980er Jahren waren Sie selbst maßgeblich an der Entwicklung des Festivals Dance beteiligt. Ist das die Rückkehr? Ich war damals im Münchner Kulturreferat stellver­tretende Leiterin der...