Frauen in Uniform

Die Kölner Choreografin Reut Shemesh hat einen guten Lauf: Sie ist zur Tanzplattform eingeladen und gehört zu den neuen Factory artists am Düsseldorfer Tanzhaus.

Tanz - Logo

Für unser erstes Interview im Jahr 2013 schlug Reut Shemesh ein Café mitten in Köln vor. Der Artikel, der danach entstand, erschien in tanz, Abteilung «Newcomer». Inzwischen hat die 1982 im israelischen Städtchen Jawne geborene Choreografin Karriere gemacht – Zeit für ein neues Treffen! Auch das nette Café ist mittlerweile aufgestiegen, allerdings zur Location, die nur noch angemeldete Gesellschaften bewirtet. Also müssen wir nun ein anderes Lokal suchen. Dass Reut (sprich: Re-ut) Shemesh ohne Jetlag durch die Stadt läuft, verdankt sie einem Virus.

Eigentlich wäre sie gerade erst aus Singapur wiedergekommen, wohin ihr Stück «Atara» eingeladen war. Doch ihr Freund hatte eine Zika-Warnung im Internet gefunden, und sie strich den Flug. Sie ist schwanger.

«Pink Floyd – The dark side of the moon» steht auf dem ausgebleichten Sweatshirt über der Halbkugel ihres Bauches. Die dunkle Seite ist, so gesehen, sie selbst. Da leuchten wir ein wenig hinein. Über die Kunst, den Beruf gibt sie gern Auskunft, auf Deutsch mit englischen Einsprengseln; mit Privatem hält sie sich zurück. Ruhiger, heller als 2013 scheint ihr Leben inzwischen zu sein. Auch ist weniger Bitteres, Böses in ihren Werken zu ...

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Tanz März 2020
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Melanie Suchy

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