Forsythe und Waltz machen sich selbstständig
Vor drei Jahren hätte das niemand für möglich gehalten. William Forsythe verabschiedet sich vom Ballett Frankfurt, Sasha Waltz von der Ko-Intendanz an der Schaubühne Berlin. Beide machen sich selbstständig, gründen eigene, «freie» Kompanien – und alle sind begeistert! Hätte es die Querelen mit der Frankfurter Lokalpolitik und in Berlin intern mit der Schaubühnenleitung nicht gegeben, nie wäre es dazu gekommen.
Aber statt über die für den Tanz ja ach so typische Benachteiligung zu klagen und klein beizugeben, haben sich Forsythe und Waltz die Freiheit genommen nachzudenken, welche Strukturen sie selber brauchen. Zweifelsohne war es der große Name, der Forsythe als auch Waltz ermöglichte, ausreichend Gelder für ihre eigenen Tanzunternehmen zu akquirieren. Signalwirkung geht von diesem Schritt aus. Denn der Tanz steht nicht immer als Verlierer dar. Auch wenn, wie in Frankfurt, die Lokalpolitiker vor fast nichts mehr zurückschreckten, um Forsythe ihre Macht zu demonstrieren (etwa: die Stadt Frankfurt kann sich die 200 000 Euro, die sie anstelle des bisherigen Etats von 6,6 Millionen Euro zahlen soll, nicht leisten; oder: sie kann ihm das Bockenheimer Depot nicht für drei Monate zur ...
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