Format und Event

Ein Kommentar von Arnd Wesemann

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Bei arte wird ernstlich die Abschaffung des Tanzfilms diskutiert. Der Sendeplatz am Sonntagabend steht nicht nur zur Disposition, er könnte sogar ersatzlos fallen. Tanz würde aber noch vorkommen: als Jubelportrait eines «genialen Choreografen» im Rahmen des Fernsehformats «Dokumentation». Und als Bühnenabfilmung, die den dreidimensionalen Ballettabend auf die zwei Dimensionen der Mattscheibe verkleinert, was den Tanz ebenfalls «dokumentiert», wenn er denn spektakulär genug ist, also ein «Event» darstellt. Und wenn er ins «Format» passt ...
Event und Format.

Das sind die beiden einzigen Worte, die man beim Fernsehen lernen muss. Ein Fernsehredakteur sollte sogar tunlichst vermeiden, mehr als diese beiden Worte zu beherrschen. Ein Format bezeichnet Länge = Machart einer Sendung. Das ist eine stehende Formel. Krimis dauern 90 Minuten. Darum gibt es keinen Kurzkrimi. Höchstens im Format Krimiserie. Und darum gibt es nur Ballett. Ein Kurzballett gäbe es also nur in einer Serie für Tanzfilme. Aber 26 Minuten Tanzfilm bei arte sind keine Serie. Sondern good will. Weil es einen «öffentlich-rechtlichen Kulturauftrag» gibt. Dieses Wort zu gebrauchen, ist allerdings nur Intendanten ...

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Tanz Jahrbuch 2005
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 31
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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