Flugsimulatorin
«Alles Fliegen ist Erzeugen von Luftwiderstand, alle Flugarbeit ist Überwinden von Luftwiderstand.» Otto Lilienthals Zitat steht als Motto über dem Programm der jüngsten Performance einer Multifunktionskünstlerin, die sich offenbar gern an Widerständen abarbeitet. Die Physik ist ein Teil ihrer Kunst. Deshalb tritt sie gern in Räumen auf, die nicht Theater sind. Diesmal ist es das Verkehrsmuseum des Deutschen Museums in München.
Um an diesem Abend zu Maren Strack zu kommen, muss man an Kutschen, Autos, Motorrädern, Bussen und Trambahnen vorbei, Verkehrsmitteln, die mehr oder weniger gut geerdet sind.
Maren Strack sieht selbst auch nur gelegentlich aus, als flöge sie. Was nicht heißt, dass sie nicht vom Fliegen träumt. Aber ihr neues Stück trägt, obgleich es vom Fliegen handelt, nicht das Fliegen, sondern die Maßeinheit für Windstärken im Titel, Sturmstärke verheißend, «Beau Fort 10». Strack kommt zwar unter anderem vom Tanz her. Und da weiß doch ein jeder, dass Tanzen lange Zeit als etwas Ähnliches wie Fliegen begriffen wurde, nur dass man da einen anderen, nicht minder gewaltigen Widerstand zu überwinden hat: die Erdanziehung.
Natürlich ist die Schwerkraft bei zeitgenössischen ...
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