Der Sack bleibt zu

Egal, mit wem man in NRW spricht: Tanz soll immer woanders stattfinden: Die Bonner sehen ihn in Köln, die Kölner in Düsseldorf, die aber finden, dass auch Essen eine Tanzstadt ist. Als wär‘ der Tanz eine Last. Er wäre tatsächlich eine, stünde er ständig auf der Autobahn. Bettina Trouwborst über die Idee einer «Vier-Städte-Kompanie» und ganz reale Abwanderungen

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Mehr Licht! Danach verlangte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident a. D. Wolfgang Clement. Und erfand seinerzeit die ersten Leuchttürme. Für das von Strukturwandel gebeutelte Land suchte er Symbole mit «Strahlkraft» weit über NRWs Grenzen hinaus. Leuchttürme eben, die ihr Licht auf die enorme technologische und kulturelle Potenz des Landes werfen sollten. Der SPD-Politiker wünschte sich u. a. den Metrorapid, einen kleinen Bruder des Transrapid, der Düsseldorf und Dortmund schwebend verbindet. Nur wollte ihn niemand – außer Clement. Mittlerweile hat die Regierung gewechselt.

Geblieben sind die Leuchtturm-Visionen.
NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU) träumt seit Jahren von einem Rheinballett mit zwei Standbeinen: eine klassische Kompanie, die den Rhein hinaufzieht und Duisburg, Düsseldorf, Köln und Bonn bespielt. Und eine zeitgenössische Köln-Bonner Truppe, die den Rhein hinabzieht. Eine XXL-Kompanie aus zwei Ensembles, ein Tausendfüßler, halb barfuß, halb auf Spitze. Ein bewegter Leuchtturm. Und tatsächlich, die Zeit dafür scheint reif.

Denn jetzt, da der Rat der Stadt Bonn beschlossen hat, die Tanzsparte am Theater Bonn abzuwickeln, ist Handlungsbedarf ...

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Tanz Februar 2007
Rubrik: Wacht am Rhein, Seite 14
von Bettina Trouwborst

Vergriffen
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