Fliessen
Im Halbdunkel in der Mitte des Raums eine schwarze Gestalt, im Gegenlicht, uns den Rücken zugewandt. Der Schatten verfremdet sie, modelliert eine Skulptur. Sie dreht sich unendlich langsam, nur eine Ahnung von Bewegung, die Füße rätselhaft unbewegt. Ärmel heben sich, aus den Öffnungen wachsen Hände. Unterschwellig schwebende Klänge. Ein Zittern durchbricht die flächige Zeit: eine Hand, ein Arm, schließlich ein Fuß verselbstständigen sich, geraten außer Kontrolle, Zuckungen bemächtigen sich des Körpers.
Irgendwann ferne Rufe eines fremdartigen Vogels oder der Klang japanischer Flöten. Die Bewegungen der Gestalt werden zunehmend größer, beginnend am Platz, nach einer Weile im sich weitenden Lichtfeld raumgreifend. Der Körper schwebt mühelos und leicht, fließt sich fortwährend geschmeidig verformend, löst sich zuweilen auf in der Dunkelheit. Er nimmt den ihn umgebenden Raum in sich auf. Die Haut ist als Grenze durchlässig geworden, die Bewegung unendlich. Ich werde ins Geschehen hineingesogen – und sehe nichts. Meine Wahrnehmung wird unsicher, das komplexe Formenspiel verschmilzt zu einem unablässigen Bewegungsfluss. Ich fühle mich der Realzeit enthoben, selber frei schwebend, ohne ...
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Meg Stuart accomplished an extraordinary “tour de force” this year, presenting three new shows, working with different people each time. It is remarkable that she can do this without “using” her dancers in the old-fashioned way – as a means to an end, i. e. as people who perform what she has in mind. On the contrary, in all of these three pieces different aspects...
Die tödlichen Krater neben dem Haus des Choreografen sind längst wieder zugeschüttet, und nichts erinnert daran, dass hier vor kaum einem Jahr libanesische Raketen einschlugen. Wenn Rami Be’er durch die grüne, nach Blumen und leichtem Moder duftende Stille des Kibbutz Ga’aton zu dem abgenutzten Trainingssaal geht, geht er wie durch ein Ferienidyll, ein...
A Star is born, und wenn der Eindruck beim Bolshoi-Gastspiel in Baden-Baden und München nicht täuscht, haben wir es bei Natalia Osipova mit einer fixen Größe am Balletthimmel zu tun. Kometenhaft ist die inzwischen 21-Jährige seinerzeit aufgetaucht, und schon als Gruppentänzerin des Moskauer Bolshoi debütierte sie im November 2005 an der Seite von Andrei Bolotin als...
