Fair work
Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Ana Isabel Casquilhos Weg in den professionellen Bühnentanz brauchte Zeit. Aufgewachsen als Einzelkind nahe Lissabon – der Vater Profifußballer, die Mutter in der Verwaltung einer großen Friseurkette – verbrachte sie viel Zeit im Salon und durfte mit verrückten Frisuren experimentieren. Sie war «die Verwöhnte in der Familie» und zugleich eine «kleine Rebellin» mit starken Meinungen. Bewegung gehörte selbstverständlich zu ihrem Alltag: Neben dem Ballett machte Ana Isabel Karate, ging schwimmen und skatete mit Freund*innen.
Tanz war zunächst nur eine außerschulische Aktivität unter vielen. In der Schule galt ihre Faszination dem Weltraum und den Naturwissenschaften, aus Spaß lernte sie das Periodensystem auswendig und war überzeugt, eines Tages Ärztin zu werden. Doch diesen Plan verwarf sie rasch, als sie mit zehn Jahren am Probetraining des Nationalen Ballettkonservatoriums teilnahm. Tägliches Training, Spitzentanz sowie Charakter- und Schauspielunterricht: alles war auf eine professionelle Laufbahn ausgerichtet, und diese Konsequenz beeindruckte sie. So verliebte sie sich in die Vorstellung, Profitänzerin zu werden und rückte den Tanz ins ...
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Tanz April 2026
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Alina Saggerer
Timo Herbst kennt sich aus mit Bewegung. Seine interdisziplinären Arbeiten, die von Zeichnungen und Multimedia-Installationen über Objekte aus dem 3D-Drucker bis hin zu Lecture Performances reichen, wechseln zwischen Alltäglichem und Politischem. Choreografien von Menschen und Autos auf der Straße, von dirigierenden Händen, tanzenden Körpern oder Spuren des...
Die mentale Flexibilität des Tanzpublikums ist schon erstaunlich: Hat man nicht in Nürnberg bis vor ein paar Monaten Goyo Montero frenetisch applaudiert? Jetzt kommt mit Richard Siegal und seinem Ballet of Difference ein ganz anderes Register zum Zug: klassisch grundiert, mit Neigung zum Spitzenschuh, der hier als zeitgenössisches Tool betanzt wird. Et voilà – das...
«INTO THE HAIRY» UND «KAFKA»
Kafkas «Prozess» auf der Tanzbühne? Ist zumindest 2015 in Hannover geglückt, wo Mauro Bigonzetti das Universum des Josef K. ins Opernhaus verlegte (tanz 6/15). In der Fassung des Tschechischen Nationalballetts ist die Literaturadaption ab 5. April auf www.mezzo.tv zu besichtigen. Ein weiterer Stream fürs Heimkino: 2023 brachte Sharon...
