Fair work

Ana Isabel Casquilho ist Hauschoreografin in Schwerin – und schleift Hierarchien. Das Leben hat sie schon mal heftig strapaziert, jetzt hat sie einen guten Lauf

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Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Ana Isabel Casquilhos Weg in den professionellen Bühnentanz brauchte Zeit. Aufgewachsen als Einzelkind nahe Lissabon – der Vater Profifußballer, die Mutter in der Verwaltung einer großen Friseurkette – verbrachte sie viel Zeit im Salon und durfte mit verrückten Frisuren experimentieren. Sie war «die Verwöhnte in der Familie» und zugleich eine «kleine Rebellin» mit starken Meinungen. Bewegung gehörte selbstverständlich zu ihrem Alltag: Neben dem Ballett machte Ana Isabel Karate, ging schwimmen und skatete mit Freund*innen.

Tanz war zunächst nur eine außerschulische Aktivität unter vielen. In der Schule galt ihre Faszination dem Weltraum und den Naturwissenschaften, aus Spaß lernte sie das Periodensystem auswendig und war überzeugt, eines Tages Ärztin zu werden. Doch diesen Plan verwarf sie rasch, als sie mit zehn Jahren am Probetraining des Nationalen Ballettkonservatoriums teilnahm. Tägliches Training, Spitzentanz sowie Charakter- und Schauspielunterricht: alles war auf eine professionelle Laufbahn ausgerichtet, und diese Konsequenz beeindruckte sie. So verliebte sie sich in die Vorstellung, Profitänzerin zu werden und rückte den Tanz ins ...

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Tanz April 2026
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Alina Saggerer

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