Tero Saarinen

Paris

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Das Experiment ist geglückt, ein Beweis erbracht. Man kann sich tatsächlich dieselbe Komposition dreimal nacheinander anhören, ohne Schwindelanfälle davonzutragen. Hilfreich bei «Les noces» (Die Hochzeit) von Strawinsky ist, dass das Werk die halbe Stunde nicht überschreitet. Dreimal also das Ganze. Zuerst steht der Chor auf der Bühne, unbeweglich, singt auf Russisch. Zeit, um die Schrifttitel zu lesen. Wir verstehen die Handlung. Die Kupplerin lässt Zöpfe flechten? Nun steigt der Chor hinab in den Orchestergraben und singt auf Französisch.

Oben gibt dazu das Ballet de Lorraine die Original-Choreografie von Bronislava Nijinska von 1923 mit ihren Einflüssen aus Futurismus, Ausdruckstanz, sozialistischem Realismus und Asien. Die Eltern des Brautpaars singen in den Logen und haben das Geschehen im Blick.
Nach der Pause hebt sich der Vorhang zu einer dämonischen Szenerie. Vierzig Gestalten in Festtagsstaat aus schwärzestem Schwarz bilden einen Halbkreis um die Braut und später um das Paar. Stramm wie die Schlosswache steht der Chor. Saarinens «Noces»: Das Paar stirbt nicht, sondern wird zur Heirat gezwungen, wird sanft bedrängt, bedroht und schließlich über den Boden geschleift. Es ...

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Tanz April 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 34
von Thomas Hahn

Vergriffen
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