Exzessmaschine

Sasha Waltz schwimmt sich mit dem zweiteiligen Abend «Beethoven 7» im Berliner Radialsystem frei vom Ruf der Großkünstlerin

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Wenn sich im Gebirge ein Unwetter verzogen hat, dann entsteht manchmal eine bemerkenswerte Lichtsituation. Die dunklen Wolken hängen tief, die Berge sind im dichten Nebel versteckt, aber direkt über dem Boden befindet sich eine klare Zone, durch die sich gleißendes Licht bricht. Es ist hell, aber die Wolken sind weiterhin da, schwarz und drohend, es könnte sein, dass sie sich noch einmal zusammenziehen – man befindet sich in einem Zwischenzustand, bei dem noch nicht sicher ist, was aus ihm wird, Gewitter oder Sonnenschein. Eine verzauberte Zone.

Martin Hauk und Jörg Bittner erschaffen mit ihrem Lichtdesign für den ersten Teil von Sasha Waltz’ «Beethoven 7» solch eine verzauberte Zone im Berliner Radialsystem. Die Bühnenrückwand ist eine dunkle Fläche, nur der unterste Bereich erscheint hell, sogar extrem hell. Und im Saal wabert derweil Kunstnebel, eine Wolkenskulptur, die zunächst auf die Bühne beschränkt ist, sich dann aber aerosoltypisch ins Publikum ausbreitet. Faszinierend: Der Nebel vollzieht eine zwar langsame aber stetige Bewegung in Richtung Zuschauer*innen, während sich die unter alienhaften Helmen (Kostüme: Bernd Skodzig und Federico Polucci) versteckten Tänzer*innen ...

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Tanz 4 2023
Rubrik: Produktionen, Seite 10
von Falk Schreiber

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