Extremistin

Virginie Brunelle gehört zu den prägenden Choreografinnen der kanadischen Szene. Warum, das zeigen auch Gastspiele auf europäischen Festivals

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Choreograf*innen kommen und gehen, wenige erfreuen sich dauerhaften Zuspruchs. Virginie Brunelle ist eine Choreografin, die seit ihrem Durchbruch die Grenzen des zeitgenössischen Tanzes beharrlich neu definiert – und dabei die Aufmerksamkeit genießt, auf die viele Künstler*innen versessen sind. Ihrem Wunsch, das Publikum mit oftmals narrativen Stücken und Bildern von archetypischer Symbolkraft zu erreichen, ist es geschuldet, dass man sie, wie sie selbst einräumt, als schwarzes Schaf abgestempelt hat.

Als Künstlerin, die eher auf Publikumsliebe setzt als darauf, für avantgardistische Innovationskraft verehrt zu werden. Dennoch hat sie gerade die Fähigkeit, Menschen bei ihren Gefühlen zu packen, an die Spitze des Tanzes in Qué-bec und darüber hinaus katapultiert. Allein in diesem Sommer steht sie mit ihren Kreationen «Les corps avalés» und «Fables» ganz oben auf den Gästelisten des «COLOURS International Dance Festival» in Stuttgart beziehungsweise der «Biennale Danza» in Venedig.

Brunelle hat spät zum Tanz gefunden. Zunächst drehte sich das Leben der in Montréal ansässigen Choreografin ganz um die Musik. Die Geige war das Instrument ihrer Wahl, sie trat in Trios und Quartetten ...

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Tanz Juli 2025
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Philip Szporer

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