Erstes Pech für Paul Chalmer

Leipzig ist enttäuscht von seiner Uwe-Scholz-Pflege. Jetzt hält er’s mit Scholz-Vorbildern.

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Leipzig: Ob seherische Fähigkeiten oder realpolitische Einsichten Leipzigs Ex-Intendanten Udo Zimmermann im Januar 1996 vor der «Schwanensee»-Premiere mutmaßen ließen, in der nächsten Spielzeit könne sich sein Haus eine so aufwändige Produktion nicht mehr leisten – er sollte Recht behalten. Damals konnte Uwe Scholz noch mit einem 30-köpfigen, durch fünf Ballettschülerinnen aufgefüllten Schwanen­meer in einer Choreografie von fast sinfonischer Gliederung und luzider Bewegungs­architektur prunken.

Im Juni 2000, mit einem von 64 auf 50 Tänzer plus 4 Eleven verkleinerten Ensemble, lief das sinnreiche Flechtwerk in Pet Halmens schwelgerischer Ausstattung bereits mit Einbußen. Nur noch 24 Schwäne, zwei von ihnen Schüle­rinnen, bevölkerten den imaginären See, die ausländischen Prinzessinnen mussten ohne Gefolge auskommen.
Die kürzliche Neuauflage der Erfolgsinszenierung stellte Scholz’ frisch berufenen Nachfolger Paul Chalmer (Foto: Markus Reichmann) nun vor richtige Probleme – nicht nur durch heftig erboste Leserbriefe in der lokalen Presse: Bei einer auf 40 Positionen ge­schrumpften Kompanie und ohne Studentinnen sei ein solch ambitioniertes Werk künstlerisch nicht mehr zu realisieren. ...

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Tanz März 2006
Rubrik: Celebrities, Seite 15
von Volkmar Draeger

Vergriffen
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