Emmanuel Eggermont

Tanz - Logo

Der französische Tänzer und Choreograf Emmanuel Eggermont trat bereits in Raimund Hoghes Stücken «36, Avenue Georges Mandel» und «Boléro Variations» auf. In «L’Après-midi» nun beherrscht Eggermont souverän das Spiel der Blicke, der minimalen Gesten und genau gesetzten Winkel. Keine Achse verschiebt sich, kein Finger spreizt sich unkontrolliert ab.

Eggermont vertraut völlig seiner Präzision, der überlegten Ruhe seiner Erscheinung, dank der er sich Posen Nijinskys als Faun, die exaltierte Bildwelt der Belle Epoque oder auch den heiligen Sebastian leisten kann, ohne je in Kitschverdacht zu geraten.
Von Kindheit an klassisch trainiert und unter anderem am Centre National de Danse Contemporaine in Angers zeitgenössisch ausgebildet, startet er seine Karriere in Spanien, bleibt danach eineinhalb Jahre in Süd-Korea am Art Institute of Seoul. In «L’Après-midi» bringt Emmanuel Eggermont marmorne Kühle, balanchineske Neoklassik und die Präsenz des Hoghe’schen Bewegungsmodus zur Deckung. Wie man liest, choreografiert Eggermont auch. Auch das ist eine Hoffnung wert …

 

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Portrait, Seite 132
von Katja Schneider

Vergriffen
Weitere Beiträge
Oh, süsse Sklavin Leila

Der schwedische Schriftsteller Carl Jonas Love Almquist schreibt 1835 das Theaterstück «Signora Luna». Ein arabischer Muselman erobert darin nicht nur Sizilien, sondern auch das Herz der zarten Titelfigur, die für ihn die Treue zu Vaterland und Eltern vergisst. Was dem Muselman, Abul Kasem sein Name, allerdings überhaupt nicht gut bekommt. Das Stück ist...

«Sylphides» von Cecilia Bengolea und François Chaignaud

Drei große, dunkle, luftgefüllte Säcke stolpern auf die Bühne. Eine Helferin mit diabolischem Lidschlag wirft eine Saugpumpe an. Die Luft wird immer weniger in den Säcken. Die anthrazitfarbenen Hüllen schmiegen sich an die menschlichen Konturen, die endlos lange liegen bleiben. Fast ersticken wir mit ihnen. Kein Mucks. Kein anderer Tanz löst so intensive physische...

Tot oder lebendig

Auf der Bühne stellen Sie ja nicht gerade die geflügelten Waldfeen dar, sondern sind von Kopf bis Fuß in Folie eingewickelt. Warum?
François Chaignaud: Es ging uns anfänglich auch gar nicht darum, ein Stück über die Sylphiden zu machen. Der Titel ergab sich während der Arbeit. Der Ausgangspunkt war eine Entdeckung, die uns faszinierte. Wir begannen gerade eine...