Emmanuel Eggermont
Der französische Tänzer und Choreograf Emmanuel Eggermont trat bereits in Raimund Hoghes Stücken «36, Avenue Georges Mandel» und «Boléro Variations» auf. In «L’Après-midi» nun beherrscht Eggermont souverän das Spiel der Blicke, der minimalen Gesten und genau gesetzten Winkel. Keine Achse verschiebt sich, kein Finger spreizt sich unkontrolliert ab.
Eggermont vertraut völlig seiner Präzision, der überlegten Ruhe seiner Erscheinung, dank der er sich Posen Nijinskys als Faun, die exaltierte Bildwelt der Belle Epoque oder auch den heiligen Sebastian leisten kann, ohne je in Kitschverdacht zu geraten.
Von Kindheit an klassisch trainiert und unter anderem am Centre National de Danse Contemporaine in Angers zeitgenössisch ausgebildet, startet er seine Karriere in Spanien, bleibt danach eineinhalb Jahre in Süd-Korea am Art Institute of Seoul. In «L’Après-midi» bringt Emmanuel Eggermont marmorne Kühle, balanchineske Neoklassik und die Präsenz des Hoghe’schen Bewegungsmodus zur Deckung. Wie man liest, choreografiert Eggermont auch. Auch das ist eine Hoffnung wert …
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