Emil Hrvatin
Die Kollaboration mit dem deutschen Feind steckt noch drin in der slowenischen Seele. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die Zeit der sozialistischen Kollektive in Jugoslawien. Heute, nach knapp eintausend Jahren gefühlter Besatzung, bricht in Slovenija die Zeit der Kooperation an. Kooperation verlangt, dass hinreichend viele die gleichen Spiele spielen, nach den Regeln des Kapitalismus. «Ohne einen normativen Konsensus solcher Regeln fällt eine Gesellschaft in Bürgerkriegsparteien auseinander». Das schrieb Julian Nida-Rümelin, der deutsche Ex-Kulturstaatsminister.
Emil Hrvatin lächelt. Die deutsche Angst vor dem Versagen von Regeln amüsiert ihn. Sein kleines Slovenija ist dem Bürgerkrieg entkommen, nicht weil es Regeln befolgte, sondern weil es Kunst im Schilde führte. Die Bewegung hieß Neue Slowenische Kunst, als der Kommunismus auseinander brach. Aktionen von Musikern, Choreografen und Malern brachen unter dem gemeinsamen Label NSK mit dem Faschismus und dem Kommunismus. Am berühmtesten wurde die Band Laibach. Sie und andere ließen die Symbole der beiden Politformen des 20. Jahrhunderts solang aufeinander prallen, bis sie unter Jubel und Kritik zerfielen. Man duckte sich nicht, ...
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Computers are truly amazing. After hearing a glimmer of something like “Choreography in Action,” with a couple of keystrokes, one can find all sorts of information about it on the Internet. Or, perhaps it can be a little more complicated than that. Google! might suggest an article by David Longworth, in an on-line publication called “Loosely Coupled,” which...
Bei der Berlinale im Vorjahr gab es zwei wunderbare Tanzfilme, die später in die Kinos kamen und mit großem Erfolg noch immer laufen: «Rhythm Is It!» und die HipHop-Fantasie «Status Yo!» von Till Hastreiter (ballet-tanz 04/04). Auch in diesem Jahr waren zwei Filme zu sehen, die sich mit Tanz beschäftigten. Aber «wunderbar» ist für beide nicht das richtige Adjektiv.
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Am Ende sieht er in jedem Jungen seinen Mann. Noch singt Hedwig Fassbender, für ihren erkrankten Kollegen François Le Roux eingesprungen, ihr «Ewig, ewig», als Tim verzweifelt aufblickt. Er traut seinen Augen nicht. Eben hat er sich von John «verabschiedet», steht der schon wieder leibhaftig vor ihm: als Barkeeper, der ungerührt seine Gläser putzt.
Wer immer das...
