Elastisch

Senga Nengudis betanzbare Fasergebilde

Tanz - Logo

Eingespannt in linienförmige Gebilde und mitten in einem energetischen Feld, so agiert die Performerin in schwarzem Tanztrikot und schwarzer Strumpfhose. Das, woran sie gefesselt ist, sind ebenfalls Strumpfhosen. Neun, zehn Befestigungspunkte und die Elastizität des Materials bestimmen den Radius ihrer Bewegungsmöglichkeiten. «Die Skulptur ist im Wortsinne eine Tanzpartnerin», hat Senga Nengudi 2016 in einem Interview erklärt. Seit 1975 hat die in Los Angeles geborene, zu den herausragenden Vertreterinnen der Bildenden Gegenwartskunst zählende Afroamerikanerin unter dem Titel «R.S.V.P.

» – für «Répondez, s’il vous plaît» – mehrfach Installationen entwickelt, bei denen Nylons an der Wand fixiert und am Boden verankert sind: Schlaff oder straff, verdreht oder verknotet, symbolisieren sie die Elastizität des Körpers; mit Sand befüllt, werden sie zu Hoden und Brüsten.   

Nengudi hat diese Werke zunächst selbst im Atelier aktiviert, danach bei Ausstellungseröffnungen gemeinsam mit der Kollegin Maren Hassinger, einer langjährigen Freundin. Hassinger ist auch die Performerin der kraftvoll und achtsam austarierten Geometrien in den Foto-serien zu den «R.S.V.P.»-Performances. Ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2019
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Thomas Betz

Weitere Beiträge
Vertragspanne: Remus Sucheană

Kopfschütteln über die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg: Remus Şucheană, Ballettdirektor unter dem künstlerischen Gesamtleiter Martin Schläpfer, ist durch eine Indiskretion aus dem Aufsichtsrat des Hauses in die Schlagzeilen geraten. Von einer «teuren Vertragspanne» ist die Rede, Schläpfers vorzeitiger Abgang 2020/21 an die Wiener Staatsoper habe ein...

Paris: Jérôme Bel «Isadora Duncan»

Ihre Autobiografie erschien posthum. Schonungslos beschrieb sie darin die Folgen eines traumatischen Ereignisses: «Auch wenn man zu leben scheint, so gibt es doch eine Trauer, die tötet. Man kann seinen Körper zwar noch … über die Erde schleppen, aber die Lebensgeister sind erloschen – für immer.» 1913 ertranken Isadora Duncans Kinder in der Seine. Jahre später...

Wiedergetroffen: Gianna Reisen

Ihre blitzeblauen Augen strahlen mit der Sonne um die Wette, ihr Lächeln ist der Liebreiz selbst – aber niemand sollte Gianna Reisen (Newcomerin in tanz 12/17) für ein pflegeleichtes Ballettmädchen halten. Toughe Lady trifft es schon eher, denn anders kann man kaum mit gerade mal 20 Jahren zwei Choreografien für das New York City Ballet (NYCB) hingelegt und eine...