Ekstase
Ziya Azazi, Sie sind Sufi, Sie tanzen als Derwisch. Was spüren Sie beim Tanzen? Ist es für Sie ein ekstatischer Akt?
Ja. Mit meinem Körper und Geist bin ich am Zenit und fragil zugleich. Du hast das Gefühl, es geschieht mit dir was. Du bist so offen und aufnahmefähig, dass du dir alles erlaubst, es gibt keine Kontrolle. Man ist hungrig und satt, die Augen tränen und auf dem Gesicht spielt ein Lächeln. In solchen Momenten ist das Menschsein zu wenig. Die Übung für Ekstase und Trance heißt: Repetition. Im Sufismus ist es das Drehen. Es ist die Basis der Trance.
Diese Wiederholung ist es, die den Zustand von Trance oder Ekstase hervorruft.
Sie kommen aus dem Orient, der Türkei, leben in Wien und reisen mit Ihrem Tanz über den ganzen Globus. Was inspiriert Sie?
Ein Kuss, ein Glas Wein, eine Stadt, ein Strand. Inspiration ist überall. Der Koran sagt, bzw. ich interpretiere ihn so, dass Gott überall ist und uns immer wieder anblickt. Das sind die Momente, in denen meine Inspiration passiert. Dann gibt es eine Welle im Kopf und ich denke: «Wow, my god!».
Sie touren mit zwei Projekten, «Work In Progress I + II» und «Derwisch In Progress». In beiden drehen Sie sich. Wo ist der Unterschied?
« ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kassandra sieht im Spiegel der fußhoch gefluteten Orchesterwanne Menschenleben. Im Palast hinter ihr verzehren sich Klytaimnestra und Aigisthos in erotischen Hebungen. Priesterinnen breiten dem heimkehrenden Agamemnon rote Kleidchen unter die Füße – blutige Erinnerung an die Opferung seiner Tochter. Sanft trägt der Feldherr seine Trophäe Kassandra herein, das Volk...
The Mark Morris Dance Company has established a “second-home” relationship with Cal Performances, the arts-presenter at the University of California, Berkeley, and have just finished a 25th-anniversary residency with two weeks of dances in UC’s 2200-seat Zellerbach Hall, including a world premiere “for Susan Sontag.”
The Sontag ballet, a minor but exhilaratingly...
Es sind deren vier, und wohl deshalb hat sich Ballettchef Frank Andersen als Initiator des NOKO-Koop-Projekts für die dänische Variante einen besonderen Rahmen einfallen lassen: keine x-beliebige Tour d’Horizon, bestückt mit den verschiedensten Arbeiten nordischer Choreografen, sondern ein Abend, der geradezu programmatisch ihre Gegensätzlichkeit wieder relativiert...
