Ekstase
Ziya Azazi, Sie sind Sufi, Sie tanzen als Derwisch. Was spüren Sie beim Tanzen? Ist es für Sie ein ekstatischer Akt?
Ja. Mit meinem Körper und Geist bin ich am Zenit und fragil zugleich. Du hast das Gefühl, es geschieht mit dir was. Du bist so offen und aufnahmefähig, dass du dir alles erlaubst, es gibt keine Kontrolle. Man ist hungrig und satt, die Augen tränen und auf dem Gesicht spielt ein Lächeln. In solchen Momenten ist das Menschsein zu wenig. Die Übung für Ekstase und Trance heißt: Repetition. Im Sufismus ist es das Drehen. Es ist die Basis der Trance.
Diese Wiederholung ist es, die den Zustand von Trance oder Ekstase hervorruft.
Sie kommen aus dem Orient, der Türkei, leben in Wien und reisen mit Ihrem Tanz über den ganzen Globus. Was inspiriert Sie?
Ein Kuss, ein Glas Wein, eine Stadt, ein Strand. Inspiration ist überall. Der Koran sagt, bzw. ich interpretiere ihn so, dass Gott überall ist und uns immer wieder anblickt. Das sind die Momente, in denen meine Inspiration passiert. Dann gibt es eine Welle im Kopf und ich denke: «Wow, my god!».
Sie touren mit zwei Projekten, «Work In Progress I + II» und «Derwisch In Progress». In beiden drehen Sie sich. Wo ist der Unterschied?
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