ein Haus...
...auf der Bühne ist immer ein bisschen kleiner als in Wirklichkeit. Menschen dagegen bleiben auf dem Theater stets von gleicher Größe. Weil Alice im Wunderland schrumpfte, aus einem Fläschchen trank und daraufhin so schrecklich wuchs, dass sie zu groß für so ein Haus wurde, greift jedes Theater zum gleichen Trick: Es macht das Haus ein wenig kleiner, damit Alice größer erscheint. Das Theater passt die Realität den Menschen an, nicht die Menschen an eine veränderte Realität.
Auch Christopher Wheeldon nutzt diesen Effekt für «Alice's Adventures in Wonderland».
Aber die britische Ballettwelt ist geschockt. Denn das Wunderland wird buchstäblich zum Negativ des viktorianischen Biedermeier. «Home Sweet Home» ist auf das kleine Haus gestickt, in dem die Ballerina zu Übergröße aufkeimen könnte. Doch Wheeldon inszeniert exakt das Gegenteil. Das Ballett wird klein und kleiner, die visuellen Effekten werden immer größer. In einer unheilen Welt spielt der Mensch kaum eine Rolle. Das transatlantische Wunderkind Christopher Wheeldon hat mit dem ersten neuen Handlungsballett nach sage und schreibe 16 Jahren am Royal Opera House nichts weniger als ein Beben verursacht: Der Mensch und sein Tanz ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
von
Generalprobe hin oder her: Dieser Choreograf bleibt nicht hinterm Regiepult. Während auf der Bühne des Badischen Staatstheaters zwei Ballerinen im Eifersuchtsclinch liegen, wirbelt Christopher Wheeldon durchs Parkett. Jagt nach Fehlern, scannt blitzschnell die Dekoration von «Variations Sérieuses» – und bleibt im Ton vornehm zurückhaltend. Well educated, wie es...
Residenzen von September 2011 bis Juni 2012 bietet Robert Wilsons Watermill Center in New York «to extend the existing norms of performance practice». Bewerbungen bis 31. Mai über: www.watermillcenter.org/programs/residencies
Der «steirische herbst» in Graz ist fasziniert von der verstärkten philosophischen Auseinandersetzung mit Werken und Praktiken...
...ist einer der wenigen Gewinner des großen Sensens durch Englands nationale Kulturbehörde, den Arts Council. Bei einer Sparauflage von gut 30 Prozent wurde nicht der Rasenmäher angeworfen, sondern die «Zukunftsfähigkeit» der Künstler und ihre soziale Opportunität geprüft.
Dass Hofesh Shechter mit seiner erfolgreichen Kombination aus Rockkonzert und...
