Ein Brief aus Biarritz
Was ist Kulturgut? Ein Buch zum Beispiel. Aber auch ein Buch über Physik? Bier nach deutschem Reinheitsgebot, französische Gänsestopfleber? Auch. Ein kultureller Inhalt verweist auf Symbolisches und Identität. So definiert es die Unesco. Muss man dann nicht auch Coca Cola dazu zählen und erst recht Mekka Cola? Wer seine Produkte verteidigen will, kann dies bald tun – mit dem Hinweis auf die Unesco-Resolution zur kulturellen Vielfalt. Die Welt hat dafür gestimmt, nur die USA und Israel waren dagegen. Auf den Märkten aber zählt das Geld, nicht der Stimmzettel.
Sind Bier und foie gras nun wirklich so kulturell wie der europäische Autorenfilm, wie Staatstheater, wie Ballettkompanien? Künstler, Funktionäre, Anwälte und Regierungsvertreter diskutierten zu kultureller Vielfalt und Unesco-Resolution auf einem Nord-Süd-Kolloquium im Centre de Recherche Théâtrale International von Biarritz. Unter dem Titel «Für neue Räume der Begegnung» kamen die Erwartungen und Frustrationen Afrikas, Madagaskars und Haitis zu Wort. Ein Mosaik der Fragen ohne Antworten.
«Die Gastronomie ist eine Kunstform an sich», meint selbstbewusst der konservative Bürgermeister eines Vororts von Bordeaux, der sich ...
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