Editorial
Editorials sind verräterisch, gerade wenn sie in die erste Nummer einer neuen Zeitschrift einführen. Wer Zeitschriften gründet, so zeigt es sich bei einer Rückschau auf die Tanzzeitschriften der Vergangenheit (siehe S. 52), reagiert oft programmatisch auf das, was gerade fehlt, auf einen als akut empfundenen Mangel an Wissen, Diskussion, kritischer Beschreibung oder kulturpolitischer Lobbyarbeit.
Die neue Zeitschrift tanz, zu der «ballet-tanz» und «tanzjournal» nun verschmolzen sind, begleitet den Tanz lieber kontinuierlich, seine Szene(n), seine Macher, seine Genres wie ein kritischer Freund, also durch dick und dünn. tanz schafft also Verbindungen, will orientieren und inspirieren.
tanz zeigt – in dieser Reihenfolge – die gerade herausragenden Produktionen und Personen und präsentiert in einem ausführlichen Kalender die Ereignisse des aktuellen Monats. tanz schafft Verbindungen zur Geschichte, schaut auf die Ideen für morgen und bleibt nah an der Praxis der Akteure. Deren Debatten und Diskussionen sind die Motoren von tanz. Ist das schon Programm? Oder etwas bescheidener ein journalistisches Projekt jenseits von Lamento, engen Communitys und bloßer Meinung – um einen weiteren ...
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Das Leben hat in ihrem Gesicht tiefe Spuren hinterlassen, von Schicksalsschlägen blieb Susana Janssen Audeoud nicht verschont. Ein Schlaganfall vor fast 20 Jahren bereitete der eigenen Arbeit ein Ende. Aber Susana ließ sich auch den Premierenbesuch von «Florescencia» nicht nehmen, vor wenigen Monaten, im Rollstuhl sitzend, zum 25-jährigen Jubiläum der Kompanie...
In diesem Zustand kann sich der 28-Jährige leicht in Rage hineinsteigern, gerade wenn es um sein Lieblingsthema geht: den Hochmut der Ballettwelt und die, wie er findet, falsche Trennung zwischen E- und U-Tanz, zwischen hoher Kunst und vermeintlich trivialem Pop. «Tanz sind doch nicht nur die 200 Bewegungen, die man in einer klassischen Ausbildung lernt», sagt er,...
Diese Stimme. Sie schwebt im Raum, überlagert die Musik. Es ist die Stimme einer nicht mehr jungen Frau, die persönlich und unverstellt von ihrem Leben erzählt, einem Leben, das untrennbar mit dem Tanz, vor allem mit dem Ballett in Stuttgart, verbunden ist. In Bridget Breiners 2007 entstandenem Stück «Zeitsprünge» spielte Georgette Tsinguirides eine akustische...
