Editorial

Die neue Zeitschrift «tanz» schafft Verbindungen zur Geschichte, schaut auf die Ideen für morgen und bleibt nah an der Praxis.

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Editorials sind verräterisch, gerade wenn sie in die erste Nummer einer neuen Zeitschrift einführen. Wer Zeitschriften gründet, so zeigt es sich bei einer Rückschau auf die Tanzzeitschriften der Vergangenheit (siehe S. 52), reagiert oft programmatisch auf das, was gerade fehlt, auf einen als akut empfundenen Mangel an Wissen, Diskussion, kritischer Beschreibung oder kulturpolitischer Lobbyarbeit.



Die neue Zeitschrift tanz, zu der «ballet-tanz» und «tanzjournal» nun verschmolzen sind, begleitet den Tanz lieber kontinuierlich, seine Szene(n), seine Macher, seine Genres wie ein kritischer Freund, also durch dick und dünn. tanz schafft also Verbindungen, will orientieren und inspirieren.

tanz zeigt – in dieser Reihenfolge – die gerade herausragenden Produktionen und Personen und präsentiert in einem ausführlichen Kalender die Ereignisse des aktuellen Monats. tanz schafft Verbindungen zur Geschichte, schaut auf die Ideen für morgen und bleibt nah an der Praxis der Akteure. Deren Debatten und Diskussionen sind die Motoren von tanz. Ist das schon Programm? Oder etwas bescheidener ein journalistisches Projekt jenseits von Lamento, engen Communitys und bloßer Meinung – um einen weiteren ...

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Tanz Februar 2010
Rubrik: Editorial, Seite 1
von

Vergriffen
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Nachruf

Das Leben hat in ihrem Gesicht tiefe Spuren hinterlassen, von Schicksalsschlägen blieb Susana Janssen Audeoud nicht verschont. Ein Schlaganfall vor fast 20 Jahren bereitete der eigenen Arbeit ein Ende. Aber Susana ließ sich auch den Premierenbesuch von «Florescencia» nicht nehmen, vor wenigen Monaten, im Rollstuhl sitzend, zum 25-jährigen Jubiläum der Kompanie...

«Rebound»

Hartes Gegenlicht durchschneidet den Raum. Aus unwirtlichen Wind- und ­Wassergeräuschen kristallisieren sich Fragmente der Kantate «Helgoland». Während der Repetitor Bruno Raco in Tasten und Saiten greift und das Klangmonument Anton Bruckners am Flügel intelligent zerlegt, schickt Pascal Touzeau sein Ensemble im Dunkel der Bühne auf Entdeckungstour. 15 Tänzer in...

Lustgewinn

Aszure Barton ist eine Entdeckung. Gemacht hat sie 2002 Mikhail Baryshnikov. Zur Eröffnung seines Baryshnikov Arts Center 2005 war die Kanadierin seine erste Choreografin in Residenz und kochte ein Duett für Bary­shnikov und Benjamin Millepied. Ein Jahr später wagte sie sich an den Broadway, um die «Dreigroschenoper» mit dem Lustgewinn zu choreografieren, der zu...