Durchhalten

Wie überleben die Tourneeveranstalter in der Corona-Krise? Werden wir in Zukunft noch Gastspiele ausländischer Kompanien sehen können? Von Angela Reinhardt

«Furchtbar», sagt Franziska Grevesmühl. «Eine veritable Katastrophe», sagt Ralf Kokemüller. «Ein Kahlschlag ohne Ende», sagt Claudia Bauer. Genau wie die gesamte Kultur und das öffentliche Leben wurden auch die Tourneeveranstalter, die Tanzensembles in deutsche Säle holen oder auf Gastspielreise schicken, vom Virus abrupt auf null heruntergebremst. Anders aber als die subventionierten Häuser, für deren ­finanzielle Basis der Staat sorgt, stehen diese privaten Unternehmer nun auch abrupt vor dem Nichts.

 

Zwischen Verzweiflung und Hoffnung

 

In den ersten Wochen rotierten die Impresarios, wie man ihre Berufsgruppe früher so schön betitelte: Mit ihren Mitarbeitern organisierten sie Absagen, schickten ihre Ensembles in die Heimat zurück oder holten sie nach Hause, buchten Säle und Flüge um, stornierten Hotels, telefonierten hektisch mit Veranstaltern, Kompaniedirektoren, Minis­terien, Gesundheitsämtern. Wochenweise hangelten sich Unternehmen wie BB Promotion in Mannheim, die Norddeutsche Konzertdirektion Melsine Grevesmühl in Bremerhaven oder ecotopia dance productions im baden-württembergischen Asperg voran und hängen nun in einer Art Vorhölle fest: irgendwo zwischen persönlichem ...

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Tanz Juli 2020
Rubrik: Hinter den Kulissen, Seite 44
von Angela Reinhardt