Foto: Arash Nejad
Düsseldorf: «Jerada»
Auf den ersten Blick sieht es nach Klischee aus: Eine Choreografin aus dem arabischen Raum schickt die hoch trainierten Tänzerinnen und Tänzer einer zeitgenössischen Kompanie aus Norwegen in eine Drehmeditation. Die am Rand der Sahara geborene Choreografin Bouchra Ouizguen lebt mittlerweile in Marrakesch. Sie ist Autodidaktin und experimentiert in ihrer marokkanischen Heimat mit traditionellen und rituellen Tanzformen.
«Corbeaux», ein Stück mit Berber-Frauen, erregte in Europa große Aufmerksamkeit und ebnete Ouizguen den Weg zu internationalen Kollaborationen wie nun mit Carte Blanche aus Bergen.
Der derzeitige Kompanieleiter Hooman Sharifi ist vor 30 Jahren aus dem Iran nach Norwegen emigriert, Sensibilität im Umgang mit kulturellen Verstrickungen liegt also auf der Hand. Das passt auch ins Konzept des «Nordwind Festival», das Carte Blanche auf Kampnagel in Hamburg präsentierte. Zudem schlug «Jerada» einen Bogen von Skandinavien nach Afrika, wie er den Festivalmachern vorschwebte.
Jerada bezeichnet eine marokkanische Provinz. In Zusammenarbeit mit lokalen Musikern und unter dem Eindruck der Lebensumstände vor Ort fand die Kompanie in den Rhythmus der nordwestafrikanischen ...
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Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
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