düsseldorf: Emanuel Gat: «Plage romantique»
Die Stimmung war nicht gut beim diesjährigen «Montpellier Danse». Philippe Saurel, der neue Bürgermeister der Stadt, wolle sich von Jean Paul Montanari trennen, dem Leiter des Festivals seit mehr als 30 Jahren. Montanari habe, so heißt es, vor den Wahlen heftig gegen ihn agitiert. Nun liegt die Sache beim Anwalt. Zudem bestreikten freiberufliche Bühnenarbeiter, Inspizienten, Beleuchter, aber auch Tänzer und Schauspieler die Sommerfestivals.
Betroffen war auch die Premiere von Emanuel Gats sommerleichtem «Plage romantique», dem außerdem bei der dritten und letzten Vorstellung auf der Agora de la danse der Regengott fast den Garaus machte.
Nach einer Wischpause konnte die knapp einstündige Vorstellung fortgesetzt werden. Alles andere wäre auch zu schade gewesen, denn Gats Strandanimationen, offenbar realistischen Vorbildern sowohl in seinem Geburtsland Israel wie auch in seiner Wahlheimat Südfrankreich abgeschaut, bestechen nicht nur durch außerordentliche Dynamik, sondern durch ihre ausgetüftelte Struktur. Man kann den ununterbrochenen Umgruppierungen der zehn Tänzerinnen und Tänzer in luftigen Sommerkleidern und Bermudas kaum folgen, so atemberaubend schnell wechseln sie von Einer- ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 62
von Eva-Elisabeth Fischer
Jüngst uraufgeführt durch das Ballet National de Marseille, ist Richard Siegals «Metric Dozen» auch ein Lehrstück über den Umgang mit Tänzern. Denn bevor drei akustische Peitschenhiebe ins völlig verdunkelte Silo einfahren, eine wegen der schlechten Sicht wenig tanzgeeignete Allzweckhalle am ehemaligen Hafen von Marseille, bevor einzelne Spots die ersten beiden in...
Der gebürtige Portugiese Dinis Machado, derzeit in Stockholm lebend, hat Tanz, Schauspiel und Bildende Kunst studiert. Nun bewegt er sich an den Schnittstellen dieser drei Disziplinen. Seine Verfahrensweise könnte man «Dramaturgie der Arbeit» nennen: Machado fusioniert Strategien aus der Darstellenden Kunst – Installationen, Performances, Happenings – mit...
Sogar die vier feuerroten Theatervorhänge, die streng hintereinander hängen, sind erschöpft. Sie öffnen und schließen sich wie müde Augen. Ihre Schlitze hängen schräg im Raum, geben den Blick frei auf die acht Performer: lauter Blindgänger. Sie gehen ohne Augen. Eine schlafwandelt in rosaroter Kleidung. Eine hebt am Ende ihrer Kräfte die Wasserflasche, führt sie...
