Duato, Marshall, Cerrudo, Brunelle «Dream Team»
Ein Jahr alt sind die Gauthier Juniors, und ihre zweite Premiere im Stuttgarter Theaterhaus endet wie die erste mit einem «Boléro»: Die bislang eher sensible, nach innen schauende Kanadierin Virginie Brunelle rockt Maurice Ravels Superhit auf den Laufsteg, mit modernen Rhythmen von Laurier Rajotte in einer Art Berghain-Version aufgepeppt. Immer wieder heben schicke junge Partygänger ihre Arme und Köpfe zum schummrigen Licht des titelgebenden «High Moon» hinauf, fallen beim unablässigen Vorwärts-Voguen in kurze Ekstasen oder gefrieren zu kunstvoll herabstürzenden Körperskulpturen.
Ein fetziger Abschluss des Abends, wären nur die Anleihen bei Sharon Eyal und Hofesh Shechter nicht gar so deutlich.
Umrahmt von Nacho Duatos starkem Erstlingswerk «Jardí Tancat» und Alejandro Cerrudos bereits erprobtem «Lickety-Split» entspricht auch die zweite Uraufführung des Abends auf den ersten Blick dem Gute-Laune-Markenkern Eric Gauthiers. Aber der neue Hauschoreograf Barak Marshall (tanz 1/25) zeigt Horror nicht frontal, sondern lässt ihn langsam köcheln. Zu alten Schlagern und Weltmusik erzählt «The Blue Brides» von still ertragener Erniedrigung und davon, dass man besser keine Träume haben ...
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Tanz März 2025
Rubrik: Kalender, Seite 36
von Angela Reinhardt
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