Du wirst erstaunt sein
Es ist die beste Idee überhaupt: gutes Geld, schnell verdient. Du musst nur ein Tänzer sein. Oder eine Tänzerin. Dann kannst du Geld machen mit der Kunst. Sagt die Werbebranche. Wer auch immer ihren Acker bestellt, erhält Bestellungen aus aller Welt. Wenn’s gut läuft, gut dotiert. Wer wirbt, wird bemerkt. Wer tanzschaffend ist und einen der vielen Anträge auf Unterstützung aus den neu geschaffenen Rettungsfonds geschrieben hat, der hat auch Werbung gemacht: für die eigenen Ideen, die eigene Sache, die eigene Person.
Auch jedes Vortanzen ist nichts anderes als: Reklame – «Seht her, wie toll ich tanzen kann!». Mit erhobenem Kopf und einem lachäugigen Smiley wird Werbung in eigener Sache zum A und O des Überlebens. Das gilt derzeit für die gesamte Kulturindustrie, für alle Bühnen, für jede Kompanie und damit für die ganze Künstlerschaft. Wer will heute noch sein Licht unter den Scheffel stellen, wenn die Aussichten gefühlt gerade besonders trüb sind?
Werbung, so haben wir es gelernt, ist kommerziell. Commercials nennt man sie, und die: nerven. Gerade im Internet, Überall Pop-ups. Weg damit. Der völlig falsche Ansatz, findet Werbefachmann Thimotheus Wagner (Seite 6); Werbung soll ...
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Tanz Oktober 2020
Rubrik: Warm-up, Seite 1
von Arnd Wesemann
Mehr oder weniger aus dem Stand die Feuilletonseiten zu entern, das muss eine Hip-Hop-Domina erst einmal hinkriegen. Cardi B, bislang eher unterhalb des Kulturradars unterwegs, hat’s mit Song samt Clip geschafft. Der Doppelpack ressortiert ebenfalls unterhalb … der Gürtellinie. Nasse Muschis, ganz viel Sex, dazu pornotaugliches Posing – darum geht es in «WAP»...
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Ob Neubau, ob Generalsanierung – Theaterbauten sind ins Gerede gekommen: zu teuer, zu aufwändig, zu kompliziert. Wo liegen die Probleme und Herausforderungen und wie müssen tanztaugliche Vorhaben geplant werden?
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Ein Vermächtnis zu hüten, ist schon schwer genug. Noch heikler wird es, wenn das Bewahren auch Weiterentwicklung beinhaltet. Eine...
«Ich bin der erste urbane Tänzer, der beim «Deutschen Tanzpreis» geehrt wird – und der erste nicht-weiße Tänzer, dem das zuteil wird. Und auch noch der Erste aus dem Umfeld des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz in Berlin, der je die Aufmerksamkeit der Jury geweckt hat.» Raphael Hillebrand sagt das mit Stolz. Zugleich schwingt in seiner Stimme eine schöne Wut...
