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Noé Soulier ist Tänzer, Choreograf, Philosoph und neuerdings Leiter eines französischen Tanzzentrums. Vielseitig wie er selbst soll auch die künftige Ausbildung dort sein. Was er vorhat, erläutert er Pieter T’Jonck

Im Juli 2020 hat der französische Tänzer und Choreograf Noé Soulier die Leitung des Centre National de Danse Contemporaine (CNDC) in Angers übernommen. 1978 von Alwin Nikolais gegründet, ist diese Institution in Frankreich insofern einzigartig, als sie – anders als die übrigen Centres Chorégraphiques Nationaux (CCN) des Landes – über eine eigene Schule verfügt, die sich ausschließlich der Ausbildung im zeitgenössischen Tanz verschrieben hat.

Soulier schwebt nun eine ambitionierte Reform des Lehrplans vor, die eine originelle Vision für Kunsterziehung im Allgemeinen und für die Tanzausbildung im Besonderen verfolgt.

Auf den ersten Blick mag Noé Soulier nicht eben als der naheliegendste Kandidat für den Leitungsposten einer Ausbildungsstätte für zeitgenössischen Tanz erscheinen. Die eigene Ausbildung begann er zunächst am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris, einer Hochburg der klassischen französischen Balletttradition, bevor er sein Studium an der National Ballet School of Canada fortsetzte. Mit dem zeitgenössischen Idiom kam Soulier erst näher in Kontakt, als er sich bei P.A.R.T.S. in Brüssel fortbildete. 2013 schließlich schloss er an der Pariser ...

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Tanz Oktober 2020
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Pieter T’Jonck