Dresden: Paula Rosolen «Flags»
Kommunikation haptisch: Bevor Paula Rosolen nach knapp zehn Minuten Flagge zeigt, klatschen sich die tippelnden Tänzer gegenseitig in die Hände – wer auch immer das im jeweiligen Fall sein mag. Das Gesicht unter einer Maske verspiegelt, den männlichen, weiblichen oder diversen Körper in ein weißes, wattiertes Fechtkostüm gehüllt, zollt die Mannschaft von Haptic Hide im Frankfurter Mousonturm erst einmal dem eigenen Ensemble-Namen Tribut. Ebenso gut könnte man die Szene aber auch als Verbeugung vor Oskar Schlemmer verstehen; abwegig wäre das jedenfalls nicht.
Er hat seinerzeit im Gesten- und im Metalltanz auf ähnliche Weise das äußere Erscheinungsbild seiner Akteure so lange abstrahiert, bis der Gesten- oder Metalltanz um seiner selbst willen funktioniert.
Paula Rosolen macht nichts anderes. Nachdem sich die Deutsch-Argentinierin schon in «Aerobics!» durchaus erfolgreich mit einem Thema «des täglichen Lebens im Verhältnis zu gesellschaftlichen Prozessen» auseinandergesetzt hat, konzentriert sie sich in «Flags» erst einmal auf ein Zeichensystem, wie man es von Winkeralphabet und International Code of Signals her kennt. Das heißt, Douglas Bateman, Léonard Engel, Cindy Hammer, Maria ...
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Tanz März 2020
Rubrik: Kritik, Seite 38
von
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