Doris Stelzer: «Views in Process»

Hamburg

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Zwei nichtssagende Männer vor kahlen Wänden der Probebühne in statischem Licht und lastender Stille. Sie stehen unbeteiligt herum, setzen sich auf ein Päuschen. Etwas erholt, flaniert das sich genügende Duo auch mal quer durch den Raum. Oder präsentiert sich zurückhaltend narzisstisch mit offenem Hemd, dem Muskel-Spiel von Bauch und Rücken, den Blicken der Zuschauer. Es hat den Charme von durchschnittlichen Katalogmodels.


Erst allmählich lösen sich Josep Caballero Garcia und Ondrej Vidlar aus ihrer Indifferenz, beginnen eine überdurchschnittliche Präzision und Präsenz aufzubauen, führen kleine, virtuos isolierte Muskelbewegungen im Gesicht oder am Körper vor.
Was in den ersten Minuten nach unentschlossener Probensituation aussah, entwickelt sich – hat man erst alle Erwartung auf ein Tanzspektakel fahren lassen – zu einer zunehmend die Aufmerksamkeit fesselnden Body Performance.
Doris Stelzer spielt in ihrem Stück «Views in Process» mit den Repräsentationsmustern männlicher Körper und den sie formenden Gender-Klischees. Keine unbedingt neue Idee. Bei «geringem» Aufwand und verstreichender Zeit erreichten die österreichische Choreografin und die Tänzer jedoch geschärfte Konzentration ...

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Tanz März 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 38
von Klaus Witzeling

Vergriffen
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