Die Wirtschaftskrise
Raus aus dem Geklumpe! Soll man der zeitgenössischen Tanzszene Böses wünschen? Nein, das geht doch nicht. Sie hat es sowieso schwer genug. Tanz ist marginalisiert im Vergleich zu den anderen Künsten, beutet sich unaufhörlich aus. Immer fehlt es an allen Ecken und Kanten.
Nur wie, fragt man sich, konnte es sich die Szene trotz all dieser Widrigkeiten so gemütlich miteinander einrichten? Warum kommt man überhaupt auf die Idee, immerzu im Plural zu sprechen, wo doch jeder Künstler eine Einzelerscheinung sein sollte?
Vernetzung lautet seit mindestens zwei Jahrzehnten das Zauberwort, mit dem die Not der Tanzszene gelindert werden soll, man miteinander stärker werden will. Das ist logisch, und es hat ja eine Weile auch ganz gut geklappt. Nur scheint diese Dynamik sich verselbstständigt zu haben und seit einer Weile schon ins Gegenteil zu kippen. Aus der Vernetzung ist auch ein Verschmelzen des Denkens und der Ansätze geworden. Alles scheint wie ein einziger, öder Brei. Die Choreografen mögen zwar unterschiedliche Handschriften und Themen haben – aber irgendwie haben ihre Stücke trotzdem alle ein wenig den gleichen Geschmack, den gleichen Duktus.
Der Grund: Man konkurriert nicht mehr, ...
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