Die schönsten Beine von Paris

Zum Tod von Zizi Jeanmaire – ein Nachruf von Hartmut Regitz

Dass sie auf den Balkonsitzen des Pariser Alhambra Theaters das Licht der Welt erblickte, ist natürlich ein Ammenmärchen. Dass Zizi Jeanmaire am Tag des Tanzes geboren wurde, ist dagegen Fakt. Ich kann mich noch gut an ihr Lachen erinnern, als ich sie 2002, wenige Monate nach ihrem 77. Geburtstag, in ihrer Genfer Wohnung darauf ansprach. Ein abgründiges Lachen, das den ganzen Körper erbeben ließ, ein Lachen, so breit wie ihr Mund. «Ich habe aufgehört zu tanzen», erklärte sie mir. Um nach einer Kunstpause nicht ohne eine gewisse Koketterie hinzuzufügen: «Auf der Bühne.

Aber ich habe nach wie vor meinen Körper im Griff. Ich möchte nicht öffentlich als Deformation einer Tänzerin in Erscheinung treten und fühle mich, selbst wenn ich nur singen sollte, stets als Tänzerin. Ich brauche das. Ich brauche meinen Körper als Mensch wie als Künstlerin.»

Broadway fürs Ballett

Alles begann an der Pariser Opéra. Genauer bei «Roméo et Juliette», einer Oper von Charles Gounod. Plötzlich wusste die kleine Zizi, das sie nichts anderes als tanzen wollte: «Ich fühlte mich wie im ‹Nirwana›, war außer mir und zugleich doch ganz bei mir: ein Schock für die ganze Familie», die ihr freilich keine Steine in ...

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Tanz Oktober 2020
Rubrik: Menschen, Seite 32
von Hartmut Regitz