die neue für wuppertal
Eine Frau also fürs Diven-Ensemble. Außerdem eine, die mit schönem, offen getragenem Langhaar aussieht, als wäre sie selbst langjährige Bausch-Primadonna. Allerdings: Mit ihrem energischen Sportsgeist und pragmatischen Humor hätte sie wohl auf der Bühne der schmerz-herz-schnurrigen Tanztheater-Damen gelegentlich die fußaufstampfende Anti-Larmoyanzlerin abgegeben. Eigentlich eine ganz schöne Vorstellung. Ab 2017 darf sie das zumindest im Off-Bereich tun.
Adolphe Binder wird den in der deutschen Tanzszene wohl furchteinflößendsten Chefposten übernehmen: künstlerische Leitung des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Sie sei Feministin, sagt die in Rumänien geborene, in Deutschland aufgewachsene Adolphe Binder, und Schweden mit seinem Engagement für Gleichberechtigung sei in dieser Hinsicht eine starke Erfahrung für sie gewesen.
In Göteborg hat der Geschäftsführer der Bausch-Truppe, Dirk Hesse, seine Wunschkandidatin aufgespürt. Dort ist Binder derzeit Direktorin der städtischen Danskompani in einem großen Opernhaus mit 1400 Plätzen bei gerade mal einer halben Million Einwohner. Binder hat trotzdem nicht auf kassentaugliche Handlungsklassiker und Big Names gesetzt, sondern bis auf – wie ...
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Tanz März 2016
Rubrik: Menschen, Seite 32
von Nicole Strecker
Glück war Dmitri Schostakowitsch bei Stalins Parteiobrigkeit mit seinen drei sowjetischen Balletten nicht beschieden: Alle wurden sie im Zuge der Formalismus-Anwürfe nach 1936 verboten. Hatte «Das goldene Zeitalter» fast zwei Dutzend Reprisen, kam «Der Bolzen» nicht über die Premiere hinaus; «Der helle Bach» wurde von der «Prawda» gar als «Ballett-Betrug»...
Der aktuelle Coup von Madeline Ritter, die den «Tanzfonds Erbe» verantwortet und nun die künstlerische Gesamtleitung eines weiteren Projekts innehat, basiert auf einer Idee ihrer Mitstreiterin Ricarda Herre. Das Unternehmen heißt Dance On – was für die Botschaft steht: «Tanz weiter, auch wenn du die vierzig überschritten hast.» Unter dem englischen Label startet...
im april: william shakespeare
Egal, ob «Hamlet», «Othello» oder «Ein Sommernachtstraum»: Shakespeare hat auf der Ballettbühne immer Konjunktur. Umso verwunderlicher, dass sich zum 400. Todestag kein Choreograf von Rang mit dem künstlerischen Erbe des Swan of Avon im Uraufführungs-rahmen auseinandersetzt. Vorstellungen gibt es indes zuhauf, etwa beim Birmingham
Royal...
