schwerin: tomasz kajdanski «der widerspenstigen zähmung»

Tanz - Logo

Glück war Dmitri Schostakowitsch bei Stalins Parteiobrigkeit mit seinen drei sowjetischen Balletten nicht beschieden: Alle wurden sie im Zuge der Formalismus-Anwürfe nach 1936 verboten. Hatte «Das goldene Zeitalter» fast zwei Dutzend Reprisen, kam «Der Bolzen» nicht über die Premiere hinaus; «Der helle Bach» wurde von der «Prawda» gar als «Ballett-Betrug» diffamiert. In Suitenform überlebten einige Musiken – bis zur Revitalisierung der drei Werke durch Juri Grigorowitsch respektive Alexei Ratman-sky fürs Bolshoi.

Inzwischen schultert Schostakowitsch Shakespeare: In Dessau hatte Tomasz Kajdanski 2010 «Der Widerspenstigen Zähmung» vornehmlich zu Sequenzen aus dem «Goldenen Zeitalter», dem «Bolzen», weiteren Suiten sowie zu Filmmusiken einstudiert. Was sich als Übernahme schon in Hof bewährt hat, hält nun Hof in Schwerin.

Dass Kajdanski dabei nicht in die Cranko-Falle getappt ist, dessen 1969 zu Musik Scarlattis erarbeitete Fassung des Shakespeare-Sujets zum internationalen Repertoire gehört, ist die eine positive Erkenntnis. Die andere: So dicht, wie die Musiken des geschurigelten russischen Tonsetzers gewirkt sind, legt der polnische Tanzschöpfer seine Choreografie an. Ihr ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2016
Rubrik: Kalender, Seite 46
von Volkmar Draeger

Weitere Beiträge
persönlich

entlastung: martin schläpfer
Für ihn ist es ein Befreiungsschlag: Das Ballett am Rhein wird ab September von einer Doppelspitze geleitet. Martin Schläpfer (rechts auf dem
Foto) stellt sich und seiner gefeierten Top-Truppe den bisherigen Ko-Direktor Remus Şucheană zur Seite. Er soll nun die Position des Ballettdirektors übernehmen, Schläpfer wird als Künstlerischer...

Vorschau

im april: william shakespeare
Egal, ob «Hamlet», «Othello» oder «Ein Sommernachtstraum»: Shakespeare hat auf der Ballettbühne immer Konjunktur. Umso verwunderlicher, dass sich zum 400. Todestag kein Choreograf von Rang mit dem künstlerischen Erbe des Swan of Avon im Uraufführungs-rahmen auseinandersetzt. Vorstellungen gibt es indes zuhauf, etwa beim Birmingham
Royal...

benjamin millepied

Ein Rücktritt, der die Opéra erschütterte und jedenfalls in Frankreich für Schlagzeilen sorgte: Kaum hat die erste von ihm programmierte Spielzeit begonnen, sucht Benjamin Millepied das Weite. Zum Ende der laufenden Saison verlässt er die Spitze des Pariser Opernballetts. Aus der Nachricht wurde ein Beben der Stärke 12 auf der Lissner-Skala. Stéphane Lissner,...