Die Lehrerin Kassandra Wedel
Sie sind Tänzerin, Choreografin, Schauspielerin und gehörlos. Im Rahmen der «Tanzwerkstatt Europa» in München leiten Sie den Workshop «Gebärden Tanz oder Tanz der Gebärden!?» Was erwartet die Teilnehmenden?
Wir werden mit Gebärden Choreografien entwickeln, die sich sehen lassen können. Dazu habe ich in den letzten zwei Jahren dank Stipendien viel geforscht.
Sie arbeiten mit gehörlosen und hörenden Menschen zusammen.
Wie funktioniert das?
Meine Kurse finden zweisprachig statt, denn ohne Gebärdensprache kommen keine Gehörlosen. Ich selbst bin mehrsprachig und habe bei der «Tanzwerkstatt Europa» meine Dolmetscherin und Assistentin Elisabeth Brichta dabei. Sie voict meine Gebärden, und wenn ich spreche, gebärdet sie für gehörlose Teilnehmer*innen.
Ob Gebärden-, ob Tanzsprache – es geht immer um Ausdruck und Austausch. Welche Rolle spielt der Körper?
Eine große, denn in der Gebärdensprache ist sogar die Mimik wichtig. Sie gibt unsere Stimmung, Betonung und Klangfarbe wieder. Ich mache mit meinem Körper visuelle Musik und werde so zur Dirigentin, deren Bewegungen zum Beispiel Musiker übersetzen können – ich bin also mehr als ausschließlich Tänzerin.
Sie haben als Kind mit Ballett ...
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Tanz 7 2022
Rubrik: Praxis, Seite 62
von
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Was man an Bühnenbewegung und Ausstattung sofort erkennt, ist keineswegs Shakespeare, sondern die choreografische und bildnerische Verarbeitung einschlägiger Nachrichtenbilder: Ver-Wüstung, plastikverseuchte Meere, Hochwasser, Sturm und die daraus folgende existenzielle Not der davon betroffenen Menschen: Flucht und Vertreibung, euphemistisch als «Migration» auf...
Es war der ergreifendste Theaterabend der Spielzeit. Im Oktober zeigte das Ballett Theater Basel im Theater Winterthur «Gloria», ein Stück, pandemiegeboren wie viele andere auch, ein Experiment und etwas ganz Besonderes wie alle von ihnen. Choreografiert wurde «Gloria» von acht Mitgliedern der Kompanie und dem Direktor Richard Wherlock als Antwort auf die Krise....
