Die Kollektiven: Superamas

Politisch ehrlich, nicht politisch korrekt: Das in Wien, Paris und Brüssel beheimatete Kollektiv choreografiert, um die Theatralisierung der Welt zu durchschauen.

Tanz - Logo

Vier Männer, leger gekleidet, treten an vier kesse junge Frauen in Cheerleader-Outfit heran. Jeder nimmt sich eins der Mädels vor. Ein Tanz wird entworfen. Schau, so muss es sein und so – er und er und er und er, sie machen es ungeschickt vor – und so. Ah ja, machen die Girls und beginnen zu begreifen. Das Publikum, das in dichtem Kreis um diese Szene steht oder auf dem Boden sitzt, lacht und erkennt sofort: Es geht um den Handwerker und um das Tanzgerät. Die Heiterkeit der Besucher gilt der Unbeholfenheit derer, die den Ton an- und die Choreografie vorgeben.

Den Männern also.

Aber auch über die Frauen wird gelacht, später, wenn die Cheers in eindeutigen Posen Tableaux vivants spielen und das Licht um sie zu kreisen beginnt, sodass diese lebenden Skulpturen durch den schnellen Wechsel von Hell und Dunkel animiert erscheinen. Es sieht so aus, als hätten sie bewegten Sex. Die Szene ist nicht wirklich lustig. Sie hat etwas Brutales, das Lichterspiel, die optische Täuschung, sie hat etwas Unmenschliches, die Erstarrung in gemimter Puppenhaftigkeit.

Dann wird es sehr finster. Von oben projizieren kleine Scheinwerferroboter acht oder zehn Lichtpunkte auf den Boden, mitten ins Publikum. Die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2007
Rubrik: Choreografieren, Seite 28
von Helmut Ploebst

Vergriffen
Weitere Beiträge
Birgitta Egerbladh: «My Heart is Bursting»

Simultaneously with the bursting of the first buds in the backyards of Stockholm, hearts are bursting in Birgitta Egerbladh’s dance-theatre-opera “Mitt hjärta brister,” collage of dance, theatre and opera presented in a sketchy non-linear fashion – reflecting real life. “Mitt hjärta brister” could be seen as a sequel to “Händelser i hemmet” (What Happens at Home)....

Dancekiosk goes Island

Es ist sehr schön, von Integration zu sprechen, und noch schöner, die zu Integrierenden tanzen zu lassen. Wo also liegt das Problem? Für den Hamburger DanceKiosk liegt es am Mangel an Vorbildern. Obwohl ... da ist der Immigrant Sylvester Stallone, den David Chotjewitz und Katharina Oberlik in einem Boxclub auf der Elbinsel Wilhelmsburg ausmachen, die unmögliche...

Dieter Heitkamp

«To be a performing artist in the next century, you have to be an educator, too.»  Sir Simon Rattle

Stellt sich die Frage: Why not in this century? Jeder Musiker, jede Tänzerin, jeder Schauspieler, jede Regisseurin sollte in die Lage versetzt werden, ihre oder seine Ideen zu vermitteln und diese umzusetzen. Junge Künstler müssen überdies mehr als ihr Handwerk...