Aaron S. Watkin: «La Bayadère»

Dresden

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Kein Wunder, wenn Solor am Ende nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht. Gerade noch hat er Nikija am Heiligen Feuer ewige Liebe geschworen, da findet er sich als Verlobter an der Seite von Hamsatti wieder, der Tochter des Radschas. Obwohl «der edelste Krieger des Landes», ist er nicht der Mutigste. Andere nehmen ihm die Entscheidung ab. Erst als Jirí Bubenícek zur Opiumpfeife greift, fasst er sich ein Herz. In seinem Traum wächst er weit über sich hinaus, ist nicht länger der Befehlsempfänger, der er bisher war.

Nicht von Meuchelmördern, nicht von den Assassinen handelt bekanntlich «La Bayadère – Die Tempeltänzerin». Es sind die Seelen bereits Gestorbener, die sich in einer der schönsten Szenen der Ballettgeschichte in einen schier endlosen Zug weißer Schatten einreihen. Das ist auch an der Semperoper nicht anders. Auf Petipas Spuren wandelnd, präsentiert sie Aaron S. Watkin so poetisch, wie man das von seinem 24-köpfigen Ballettensemble erwarten darf. Eine Tänzerin nach der anderen tritt aus dem Dschungel heraus, der im Hintergrund die Bühne Arne Walthers überwuchert. Eine Arabesque penchée entwickelt sich folgerichig aus der vorigen: ein choreografisches Kontinuum, das in der ...

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Tanz Juli 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 34
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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