Aaron S. Watkin: «La Bayadère»
Kein Wunder, wenn Solor am Ende nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht. Gerade noch hat er Nikija am Heiligen Feuer ewige Liebe geschworen, da findet er sich als Verlobter an der Seite von Hamsatti wieder, der Tochter des Radschas. Obwohl «der edelste Krieger des Landes», ist er nicht der Mutigste. Andere nehmen ihm die Entscheidung ab. Erst als Jirí Bubenícek zur Opiumpfeife greift, fasst er sich ein Herz. In seinem Traum wächst er weit über sich hinaus, ist nicht länger der Befehlsempfänger, der er bisher war.
Nicht von Meuchelmördern, nicht von den Assassinen handelt bekanntlich «La Bayadère – Die Tempeltänzerin». Es sind die Seelen bereits Gestorbener, die sich in einer der schönsten Szenen der Ballettgeschichte in einen schier endlosen Zug weißer Schatten einreihen. Das ist auch an der Semperoper nicht anders. Auf Petipas Spuren wandelnd, präsentiert sie Aaron S. Watkin so poetisch, wie man das von seinem 24-köpfigen Ballettensemble erwarten darf. Eine Tänzerin nach der anderen tritt aus dem Dschungel heraus, der im Hintergrund die Bühne Arne Walthers überwuchert. Eine Arabesque penchée entwickelt sich folgerichig aus der vorigen: ein choreografisches Kontinuum, das in der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Papst forderte die Zweistaatenlösung. Was Krieg zwischen zwei souveränen Gebilden bedeuten würde. Bis dahin gibt's unzählige Sticheleien. Jerusalem, kurz bevor der Papst eintraf, wurde zu «Al-Quds, Hauptstadt der arabischen Kultur» erklärt. Ein Problem? In Ostjerusalem leben mehrheitlich arabisch Sprechende. Sie sind nur eben: israelische Staatsbürger.
Wenn...
.fmYoutube { float:left; margin-right: 10px;margin-top: 10px;}
Die Diva ist eine Göttin, der Star ein Himmelskörper. Das setzt Naturgesetze außer Kraft. Elvis lebt – auch in weltlicher Zeit geht es nicht ohne Transzendenz. Dieser Mechanismus ist so alt wie unsere Kultur: Der Heiland stirbt und wird dadurch unsterblich. Nach der politischen Theologie des...
Germaine Acogny gilt als die Ikone des afrikanischen Tanzes, eine Choreografin, Bewahrerin der Tradition und Visionärin ihrer Verlängerung ins Zeitgenössische. Die Ex-Direktorin von Mudra Afrique ist heute Leiterin der größten, wichtigsten und professionellsten Tanzschule des Kontinents. Die École des Sables wurde ihr Lebenstraum – und ein Traum für alle, die dort...
