Die Hoffnungsträger
«Good job!», lobte ihn William Forsythe für seine Improvisation in «Approximate Sonata». Das war 1997, Eric Gauthier war erst ein Jahr beim Stuttgarter Ballett und schon ein Publikumsliebling. Knapp zwanzig Jahre später ist dem charismatischen Kanadier in Stuttgart eine Art zweites Ballettwunder geglückt: Er hat für sich und das 2007 von ihm gegründete Ensemble Gauthier Dance ein Umfeld geschaffen, das Journalisten nicht nur wegen des Geschehens auf der Bühne eine Reise wert ist.
«Wie macht er das nur?», fragt man sich – dass Politiker beim Stichwort Tanz nicht mehr den Rotstift, sondern das Scheckheft zücken? Sogar freiwillig! So geschehen vor den Haushaltsverhandlungen im vergangenen Herbst, als der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn eine Etat-Erhöhung für «Colours» auf die Vorschlagsliste gesetzt hatte. 100 000 Euro gibt es nun mehr für das Festival, mit dem Eric Gauthier im Sommer 2015 zum ersten Mal internationale Tanzkunst ans Theaterhaus holte.
Eine Kompanie, die von sechs auf 16 Tänzer angewachsen ist, ein neues, biennales Tanzfestival, bald noch eine neue Probebühne samt Spielstätte – wie also macht Eric Gauthier das? Und das in einer Stadt, die Ismael Ivo und die ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 162
von Andrea Kachelrieß
Klassik, Moderne, Zeitgenossenschaft – in seinem Repertoire war alles vertreten. Zuletzt kam Pina Bauschs «Für die Kinder von gestern, heute und morgen» dazu, Krönung und Schwanengesang der Ära Ivan Liška
Noch zwei Vorstellungen von Pina Bauschs «Für die Kinder von gestern, heute und morgen» (tanz 5/16) waren es während der Opernfestspiele im Juli. Es ist die...
aus Montréal, eigentlich längst eine Veteranin unter den kanadischen Tänzerinnen und Choreografinnen, hat jüngst mit einem Solo-Auftritt in Catherine Gaudets «Pluton, Acte 1», einer Produktion der choreografischen Plattform «La 2e Porte à gauche», überrascht. Sie beginnt ihren Part mit einem Flüstern, das sich zum Brabbeln eines Kleinkindes und schließlich zu...
tanzt. Sie spricht – das ist Teil ihres Tanzens. Klar, die Tänzerin kann auch andere Sachen, sie baut momentan mit am Programm der Europäischen Kulturhauptstadt San Sebastián, ihrer Heimatstadt. Sie choreografiert seit Langem, unterrichtet. Aber die Fünfzigjährige möchte, dass Tänzerin-Sein wertgeschätzt wird: Ist doch nichts Peinliches, Minderbemitteltes, die...
