Die Hoffnungsträger
John Neumeier hatte einst eine, die ihm bei seinen Handlungsentwürfen, etwa für «Illusionen – wie Schwanensee», sehr geholfen hat. Das Bayerische Staatsballett konnte bis eben sogar von einem Duo (w/m) profitieren, das das Profil der Tanztruppe entscheidend geprägt hat. Martin Schläpfer weiß, dass er sich selbst bei den abstraktesten Bewegungsspielereien mit seinem Ballett am Rhein auf die geistige Bodenhaftung dieser Mitstreiterin verlassen kann.
Von der Ballettdramaturgin weiß man viel weniger als von ihren Schauspiel- und Musiktheater-Kollegen.
Sicher, sie kompiliert oder schreibt das Programmheft, macht die Einführungen, ist bisweilen auch die Stimme ihres Herrn. Oder auch – sein Hirn. Im Tanz, der wortlosen Kunst, ist ihre Rolle umso essenzieller, als manches dann eben doch in Worte gefasst werden muss.
Ihre Bedeutung merkt man oft erst, wenn sie nicht (mehr) da ist. John Neumeiers «Duse»-Ballett wäre mit Angela Daubers dramaturgischer Beratung wohl besser gelungen. Beim Berliner Staatsballett gibt es zwar nette Programmhefte von Annegret Gertz, aber der Spielplan wird ohne dramaturgische Beihilfe von der Direktion in den Sand gesetzt. Dafür bewirkt in Düsseldorf/Duisburg Anne ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 160
von Manuel Brug
Keiner springt mit solchem Wagemut wie er. Da ist nicht mal der Bruchteil eines Zögerns. Also los! Die langen Beine zum Froschsprung angezogen. Runter vom Tisch. Der Frau in die Arme. So muss es sein, wenn man sich Hals über Kopf in eine Beziehung stürzt. Es könnte er oder sie, es könnten auch beide dabei draufgehen. Aber sie fängt ihn auf. Man ist so nah dran, bei...
platzt förmlich vor Energie, wenn er mit dem New York City Ballet auf der Bühne tanzt, egal ob in Balletten von George Balanchine, Peter Martins, Alexei Ratmansky oder Justin Peck. Mit seiner naturgegebenen Spannkraft, seinem biegsamen Torso und einem beachtlichen Gespür fürs richtige Atmen veredelt er die Architektur und Expressivität jeder Choreografie. Weitet...
Dem Tanz haftet – vielleicht wie keiner anderen Kunstform – der Nimbus einer universellen Sprache an. Grenzüberschreitend soll er die Menschheit verbinden und – so die Mission des Welttanztages der UNESCO – zum Weltfrieden führen. Der 29. April dient alljährlich dazu, «alle Formen des Tanzes an diesem Tag zu vereinen, den Tanz zu feiern, seine Globalität...
