Die Hoffnungsträger
Wer viel vom Nederlands Dans Theater gesehen hat, der wundert sich dann anderswo, dass Kostüme für abstrakte Ballette auch hässlich ausfallen können – dass sie Tänzer klein und gedrungen aussehen lassen oder die Ausdruckskraft der Körper durch lappige Fetzen stören. Selbst mit schmucklosen, einfachen Trikots kann man den Eindruck einer Neukreation beeinträchtigen.
Nicht so Thomas Lempertz: Er war Tänzer in Stuttgart, Ladenbesitzer und Modeschöpfer, seit wenigen Jahren entwirft er nun auch Kostüme, für Marco Goecke, Demis Volpi, Katarzyna Kozielska, Kevin O’Day oder Bridget Breiner. Es sind keine knalligen Kreationen, man muss oft zweimal hinschauen, um die feinen Details, die Irritation innerhalb der gleichen Farbe, die dezente Verzierung zu sehen. Für ein Kevin-O’Day-Stück beim Gelsenkirchener Ballett im Revier kombiniert er kupferfarbene Bauchbinden zu dunklen Anzügen und lässt die metallene Farbe auch noch aus dem Futter der Jacken hervorblitzen, wo man sie eigentlich gar nicht sehen kann.
Die Kombination aus matt und glänzend scheint seine Spezialität zu werden, für Kozielskas Hirnstromanalyse «Neurons» legte er in Stuttgart silberblitzende Bruchstücke über Trikots in ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 164
von Angela Reinhardt
Ich bin auf zwei Feldern tätig – Tanz und Konfliktlösung. Die Arbeit von Tänzern und Choreo-grafen beinhaltet körperliches Denken und sich choreografische Strategien auszudenken, um Ideen eine kommunikative Form zu geben. Die Arbeit eines Konfliktspezialisten zielt darauf, Menschen im Konfliktfall dabei zu helfen, dass sie miteinander über einmal erkannte Grenzen...
aus Montréal, eigentlich längst eine Veteranin unter den kanadischen Tänzerinnen und Choreografinnen, hat jüngst mit einem Solo-Auftritt in Catherine Gaudets «Pluton, Acte 1», einer Produktion der choreografischen Plattform «La 2e Porte à gauche», überrascht. Sie beginnt ihren Part mit einem Flüstern, das sich zum Brabbeln eines Kleinkindes und schließlich zu...
weiß genau, wann die Kunst Ernst macht. Mit treffsicherem Gespür für den Moment wird ein Hundewelpe auf die Bühne gebracht, einer der Protagonistinnen in den Arm gelegt, die ihn zärtlich krault und dem Publikum präsentiert, bevor er wieder weggetragen wird. Nach absurder Selbstbespiegelung und chaotischer Tänzelei ist die Welt wieder Ordnung, der Sinn wieder...
