Die Hoffnung
Hoffnungsträger im Tanz? Wenn ich darüber nachdenke, trage ich eine Menge Hoffnung mit mir rum. So hoffe ich ganz doll, dass die WM-ähnliche Vereins- und Netzwerkeuphorie außer großen Parteitagen auch ihre Gegenbewegung erzeugt. Über unsere Erfolge haben wir 2006 genug geredet, jetzt hoffe ich auf vermehrte künstlerische Eigensinnigkeit. Keine Regierungserklärungen mehr! Ich hoffe, dass sich die Geister wieder am ästhetischen Pluralismus scheiden werden, anstatt Instituten auf den Leim der Definitionshoheit zu gehen.
Gleichzeitig hoffe ich auf vielfältige Angebote an Bildung für den kreativen Einzeltäter, Profi oder nicht. Ich hoffe, dass sich die Hauptstadt-Konzentration für den Austausch auszahlt und Berlin für die «Provinz» nicht zum großen Bruder, sondern zum ebenbürtigen Dialogpartner wird. Dass Kultursponsoring normal wird UND integer. Dass es neben Tanzsommersparkassenfestivals mehr kleinere Schwerpunktveranstaltungen geben wird, die weniger routiniert sein müssen, dafür kontinuierliche Auseinandersetzung bieten. Ich hoffe auf das Eindringen der Wirklichkeit in den Horizont der Studios, wenngleich ich hoffe, dass dort nicht nur dokumentarisch mit ihr umgegangen wird. Weniger ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Replacement» heißt das Stück, doch Vania Rovisco ist darin nicht zu ersetzen. Wie die anderen aus der Mannschaft Meg Stuarts gibt sie der gemeinsamen Arbeit Gestalt, und das heißt in diesem Falle: etwas zur Recherche beitragen, wenn nicht sogar sich selbst aufs Spiel zu setzen. Die Portugiesin aus Südafrika hat damit kein Problem. Sie scheut das Risiko nicht....
Im Zeitalter digitaler Medien mutiert der Theaterraum zum Hypermedium. Theater wird zum Ort, an dem die traditionellen Künste Tanz, Schauspiel und Musik mit Hilfe neuer Technologien interagieren und die Grenzen der Künste durchlässig machen. Die Zeit der intermedialen Kunstformen und Theorien hat begonnen. Waren es zuerst Film und Fernsehen, die Formen des Theaters...
Das Burgenland ist ein schöner Platz in Österreich: sanfte Hügel, weite Felder, dazwischen verstreut Dörfer und Städtchen. Potenzielle Ufo-Landeplätze in rauen Mengen. Der Burgenländer befeuchtet seine Kehle gern mit trockenen Weinen und gerät darob bisweilen in ordentliche Wallungen. Blutgierig tanzen Schwärme von Mücken an den Ufern des Neusiedler Sees.
In...
