Hyperraum
Im Zeitalter digitaler Medien mutiert der Theaterraum zum Hypermedium. Theater wird zum Ort, an dem die traditionellen Künste Tanz, Schauspiel und Musik mit Hilfe neuer Technologien interagieren und die Grenzen der Künste durchlässig machen. Die Zeit der intermedialen Kunstformen und Theorien hat begonnen. Waren es zuerst Film und Fernsehen, die Formen des Theaters nachbildeten, trat schon bald der umgekehrte Effekt ein: das Eindringen der TV- und Filmtechnologien in die Kunstformen der darstellenden Künste. Ende des 20.
Jahrhunderts führte das zu einem regelrechten Boom an Film- und Videoprojektionen in Tanz- und Theaterproduktionen, aber kaum je zu einer echten Synthese.
Der Prager Künstler Jan Mukarovsky polemisierte bereits in den 1930er Jahren gegen das Nebeneinander der verschiedenen Kunstformen im Theater. In seinen Augen sollte die Verbindung verschiedener Komponenten einer Theaterperformance zu einer neuen Kunstform führen. Nur ging vor lauter Technikbegeisterung und Projektionssehnsucht oft der Sinn der Sache verloren, Choreografen und Regisseure versuchten eher einander zu übertreffen mit noch mehr und noch größeren Screens. Eine inhaltliche Notwendigkeit oder szenische ...
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Teppiche waren ursprünglich Reproduktionen von Gärten: der Garten ist ein Teppich, auf dem die ganze Welt ihre symbolische Vollkommenheit erreicht, und der Teppich ist so etwas wie ein im Raum mobiler Garten. Sagt Michel Foucault.
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«wenn mein arm auf dem tisch ruht, werde ich nie auf den gedanken kommen zu sagen, er liege neben dem aschenbecher, so wie der aschenbecher neben dem telefon steht.»1
gibt es einen außenraum ohne einen innenraum? geht beides auseinander hervor? wären raumvorstellungen ohne unsere praktische räumliche erfahrung vorstellbar? wohl kaum. merleau-ponty: «der raum wie...
