Die Heldin: Pina Bausch

Pina hat choreografiert, erzählt, gezeigt – und wir haben verstanden. Eine Erinnerung und eine Hommage von ihrer Tänzerin Jo Ann Endicott

Tanz - Logo

Hallo. Ich bin Frau Endicott, eine Bausch-Tänzerin, die seit 1973 immer wieder dabei war. Eine sozusagen «Mit-Pionierin» des Tanztheaters Wuppertal. Komischerweise war ich die allererste Tänzerin, die das Tanztheater verlassen wollte, aber letztlich am längsten geblieben ist. Sei es als Tänzerin, Assistentin oder Probenleiterin.

Meine Liebe zu Pina, ihre Stücke, ihre Arbeitsweise, all das hat solche tiefen inneren Verbindungen zu mir, meinen Wurzeln, mein «Wie ich zu mir gefunden habe» und überhaupt: «Was aus mir geworden ist», sodass trotz meiner mehrmaligen Versuche, das Tanztheater zu verlassen, ich es nie richtig geschafft habe, mich innerlich davon zu lösen.

Diese «Revolutions-Tanzjahre» aus der Anfangszeit von 1973, die kontroversen Stücke von damals, die die Zuschauer nicht nur emotionalisierten, sondern ihnen auch Tage danach noch durch den Kopf gingen und schwer zu ertragen waren, blieben mir unvergesslich. Wie gefesselt schaute man zu, was auf der Bühne geschah.

Ich kann mich noch erinnern an Pinas erstes Gespräch mit uns im Ballettsaal des Opernhauses Wuppertal-Barmen. Sie wollte was Schönes, Wichtiges mit uns entwickeln. Ich, bzw. wir Tänzer von damals, hatten Pina unser ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2007
Rubrik: Choreografieren, Seite 44
von Jo Ann Endicott

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kann man Choreografieren lernen?

Für den Choreografen heißt es wie für den Schriftsteller: Wenn du das Alphabet beherrschst und die Worte deiner Sprache, dann vielleicht. Und wie es zum Schreiben an den Unis längst hunderte Kurse gibt, gern und harmlos «Kreatives Schreiben» genannt, soll es nun zunehmend universitätsgesteuerte Ausbildungen zur Choreografie geben: Damit werden zwei Hoffnungen...

Zu Fuss

Der menschliche Fuß ist ein architektonisches Kunstwerk. Wer diese geniale Schöpfung seiner filigranen Brücken- und Bogenstruktur auch immer erdacht hat, sie wurde nicht für die Reglosigkeit erfunden. 26 Knochen, 32 Gelenke, 23 Muskeln und ein Geflecht aus zig elastischen Bändern bieten ein hochdifferenziertes Gebilde für Balance und Stabilität, für schnelle...

Dieter Heitkamp

«To be a performing artist in the next century, you have to be an educator, too.»  Sir Simon Rattle

Stellt sich die Frage: Why not in this century? Jeder Musiker, jede Tänzerin, jeder Schauspieler, jede Regisseurin sollte in die Lage versetzt werden, ihre oder seine Ideen zu vermitteln und diese umzusetzen. Junge Künstler müssen überdies mehr als ihr Handwerk...