Die Flugschülerin
Mit Berliner Historie im Kopf ließe sich fragen, ob da wohl etwas zusammenwächst, was zusammengehört. Zwischen Sasha Waltz, Schubert und Ballett. Es geschah nicht in Berlin, sondern in Lyon, dass Waltz in der Folge von «Impromptus» Schubert eine «Fantasie» entlockt. Eine Art Impromptu war es auch, sich erstmals ohne sasha waltz & guests in eine Kreation zu stürzen. Sie kam als Gast ans Ballet de l’Opéra de Lyon. Die Erfahrung mag als zweiter Wendepunkt nach ihren Berliner «Impromptus» in ihre Geschichte eingehen.
In Frankreich war es ein Nicht-Ereignis.
Was wohl auch daran liegt, dass die «Fantasie» in f-moll sich in einem Abendprogramm des Opernballetts versteckte, zwischen Anne Teresa De Keersmaeker und Maguy Marin. Wobei der Vierteiler, getanzt vom Lyoner Opernballett, wiederum Teil eines von Opéra-Chef Yorgos Loukos ausgerufenen Festivals mit Werken der drei Damen und deren Kompanien war («Jeux de dames»). Vielleicht lag es an dem verwirrenden Programm, dass wenig Tinte floss. Dabei sind schon die ersten Momente des Zwanzigminüters eine Diskussion wert.
Obwohl in spärliches Licht getaucht und fast an die Bühnenrückwand gestellt, mutet ein burleskes Duell wie der Kampf zweier ...
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John Neumeier hat eine Stiftung gegründet. Sie soll seine einzigartige Trias von privater Tanzsammlung, choreografischem Werk und Ballettzentrum mit Schule sichern und seiner zweiten Heimatstadt Hamburg erhalten. Seit 1973 leitet der Amerikaner aus Milwaukee das Hamburg Ballett und führte es zu Weltruhm. Seine Wohnung mit etwa 27 000 kostbaren Büchern, Stichen und...
Die Vermutung, dass der Titel des Stücks auch die Länge der Aufführung angebe, ist nicht falsch. Kevin O‘Days Choreografie dauert exakt so lang wie Steve Reichs Komposition «Music for 18 Musicians»: 70 Minuten. Solche Titelgebung gab es schon bei Cage und Jirí Kyliáns Einakter «27’52’’».
O‘Day versucht damit, wie er im Programmheft schreibt, die Frage «Wie gehen...
Lieber Henning Paar,
am Staatstheater Braunschweig schreibt das Publikum Kritiken. Beurteilt nach der Vorstellung Ihr Stück über den Tango. Mit Schulnoten. Man kann «passabel» oder «gut» oder schlimmeres ankreuzen und auf der Rückseite seinen Mut zusammennehmen und den eigenen Unmut präzisieren. Die Dame neben mir schreibt etwa, sie verstünde nicht, warum trotz...
