Die Fliege machen

Gregor Seyffert: «Der kleine Prinz» in Dessau

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«Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar», zitiert das Programmheft einen Kernsatz aus dem Buch «Der kleine Prinz». Nichts dagegen. Aber ein «phantastisches Ballett», das sich seine Geschichte zu eigen macht, will vor allem gesehen werden, und das nicht bloß mit dem Herzen.
Gregor Seyffert muss sich also schon was einfallen lassen, und damit hat er keine Not: Noch vor der Vorstellung wird dem Besucher ein Extrablatt in die Hand gedrückt, das den Absturz Saint-Exupérys vermeldet – etwas verfrüht, wie sich zeigt, noch steht der Flieger frisch lackiert vor dem Theater.

Der Chef der Gregor Seyffert Compagnie Dessau beeilt sich denn auch und legt, als Antoine de Saint-Exupéry zunächst auf den Portalschleier projiziert, wenig später eine Bruchlandung hin, die es in sich hat. Er torkelt. Er gibt seinen Traumata tänzerische Gestalt. Ermattet sinkt der Protagonist schließlich zu Boden, und aus der Hülle seines hingestreckten Körpers entsteigt Sascha Pieper als der kleine Prinz: eine Herzgeburt und zugleich das Alter Ego eines Autoren, der sich nicht damit abfinden kann, hinter seine literarische Fiktion zurückzutreten. Lange Zeit gleichen sich die beiden choreografisch bis aufs Haar, ...

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Tanz November 2005
Rubrik: On Stage, Seite 46
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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