die amerikaner...
...fallen jeden Sommer bei uns ein. Sie tanzen makellos in den ersten Häusern der Stadt, deren Ensembles das Weite im Urlaub suchen. Sie heißen Pilobolus, bekannt aus «Wetten, dass …?», oder Alvin Ailey, bekannt für schwarze Schönheit. Die reine Weiblichkeit mit karibischem Flair, wie es die kleinere Kompanie von Lizt Alfonso aus Kuba verspricht, kommt vielen wie eine Erlösung vor (S. 14). Kraft, Tanzlust, Musikalität – das ist doch Tanzen ohne die Katze im Sack. Man erhält Legenden statt Dramaturgien. Im Sommer sind die Häuser voller als manchmal während der Saison.
Was machen die Amerikaner bloß so falsch?
Sie teilen die Welt in zwei: in Gläubige und Ungläubige. Gut und schlecht. Sie rühren das Kind in uns an, wenn Pilobolus mit dem Erfinder von SpongeBob, Steven Banks, kollaboriert. Man erinnert sich an das Urgefühl für Ungerechtigkeit, wenn Alvin Ailey auf die Teilhabe aller pocht, das Mitmachen, mehr noch: das Mitverstehen (S. 8). Easy access ist ein demokratisches Zauberwort, selbst in Kuba. Wenn Lizt Alfonso das Format einer Fernsehshow aufgreift, bleiben die Fragezeichen zu Hause.
Der Europäer denkt: Das ist das Gegenteil von Kunst. Der Amerikaner denkt: Es ist für ihn ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
von
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