Der Querkopf
Der Querkopf ist ein Charakterkopf. In Westdeutschland wäre er ein Querulant. In Ostdeutschland bewundert man ihn. Heimlich. Offen sagt keiner, dass Jo Fabian und seine denkstirnigen Thesen zum «Spektralsurrealismus» tolles Renitententum darstellen. Auf dem Berliner Tanzkongress wird er bei Hannah Hurtzig am 20. April vis-à-vis eines einzelnen Zuhörers die Kunst frei als eine Welt erklären. Im Tesla im Podewil‘schen Palais vom 21. bis zum 23. April setzt er seinen living.types.
compiler fort als einen makabren Schlusspunkt unter das Geraune um die «Interaktivität» im Tanz. Das Playstation-begabte Publikum darf an Keyboards zwei Tänzer steuern. Einfach B, A, C, H in die Tastatur gedrückt, schon empfängt das Opfer die Kommandos per Kopfhörer und tanzt artig nach Fabians sogenanntem «Alphasystem» die Bewegungen, die B, A, C und H entsprechen. Das Publikum wird zum Choreografen. Der Jagdtrieb erwacht. Man drückt Bewegungskombinationen, die den Tänzer grausam an die physische Grenze treiben, bis er «tilt», umkippt, sich wieder aufrappelt. Bis die Zuschauer begreifen und spielerisch die Tänzer zu synchronisieren beginnen. Bald fummelt keiner mehr blöd auf der Klaviatur herum, sondern ...
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The day after St Valentine’s Day, Charlotte Engelkes’ flat is brimming over with bouquets of various shapes and sizes: the perfect setting for La Engelkes, whose finely boned face, slender body and long dark hair give her the poetic aura of a Muse of famous men. In reality, the flowers are in different stages of decay and emitting a strange smell. We are sitting in...
Lieber Henning Paar,
am Staatstheater Braunschweig schreibt das Publikum Kritiken. Beurteilt nach der Vorstellung Ihr Stück über den Tango. Mit Schulnoten. Man kann «passabel» oder «gut» oder schlimmeres ankreuzen und auf der Rückseite seinen Mut zusammennehmen und den eigenen Unmut präzisieren. Die Dame neben mir schreibt etwa, sie verstünde nicht, warum trotz...
Die Vermutung, dass der Titel des Stücks auch die Länge der Aufführung angebe, ist nicht falsch. Kevin O‘Days Choreografie dauert exakt so lang wie Steve Reichs Komposition «Music for 18 Musicians»: 70 Minuten. Solche Titelgebung gab es schon bei Cage und Jirí Kyliáns Einakter «27’52’’».
O‘Day versucht damit, wie er im Programmheft schreibt, die Frage «Wie gehen...
