Der Lehrer: Nicholas Palmquist

Sie wurden von Tanz ist KLASSE!, dem Education-Programm des Staatsballett Berlin, eingeladen, in zwei separaten Workshops (1. und 15. November) mit Profis und Amateuren eine Choreografie zu erarbeiten. Eine erfreuliche Abwechslung in Zeiten von Video-Kon­ferenzen und Abstandsverordnungen ... Allerdings. Es ist leichter, sich mit Bewegungen auszudrücken als mit Worten, daher bin ich für diese Gelegenheit sehr dankbar. Ich hoffe, die Workshops werden einen gemeinsamen Lernprozess ermöglichen, der für alle Beteiligten fruchtbar ausfällt.

Die Inspiration und Spontanität der physischen Begegnung habe ich unendlich vermisst.

Sie haben einen eigenen YouTube-­Kanal, dort kann man sich von der Vielfalt der Stile überzeugen, die Sie beherrschen. Steht in den Workshops ein bestimmtes Genre im Mittelpunkt? Die Entwicklung von Rollenporträts mittels Musik hat mich schon immer gereizt, und als Tänzer in New York bin ich mit vielen Methoden und Stilen in Kontakt gekommen. Als Choreograf versuche ich, Übergänge und Umgewichtungen zu erkunden, indem ich – locker – auf diverse Stile zurückgreife. Zum Beispiel: Ein explosiver Bournonville-Sprung kann wirkungsvoll überraschen, aber es geht mir nicht ...

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Tanz November 2020
Rubrik: Praxis, Seite 58
von Marc Staudacher

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