der lehrer: joaquin grilo
Sie gewannen letztes Jahr den Publikums- und den Kritikerpreis beim Flamencofestival in Jerez de la Frontera für «Reencuentro», eine Hommage an Ihren Lehrer Fernando Belmonte, ebenso für «Leyenda Personal». Dieses Jahr kamen Sie ohne ein Stück, sondern als Lehrer. Warum?
Ich glaube, es gibt diesen Imperativ, dass ein Tänzer sein Wissen an andere weitergeben muss. Es wäre ja schrecklich, wenn ich alles nur für mich behalten und sterben würde. Dazu kommt, dass ich meinen persönlichen Stil sehr gern teile, weil man sich so auch selbst überprüfen kann.
Man sieht in den anderen, was man da überhaupt tut.
Heißt das, Ihr Unterricht dient dazu, dass Ihr persönlicher Stil erhalten bleibt?
Absolut. Ich glaube, dass es immer so ist. Wer studiert, erfährt zuerst die Eigenarten seines Lehrers, dessen Stil also. Es geht ja nicht um Schrittkombinationen, die kann jeder auch so lernen. Es geht darum, wie der Lehrer unterrichtet, wie er oder sie sich bewegt, die Rhythmen oder die Ausdrucksweise versteht. Darum kommen die Schüler, weil sie einen bestimmten Lehrer und seinen Stil lernen wollen.
Was ist Ihre Spezialität, die andere herausfordern könnte?
Ein guter Lehrer zu sein, das ist schon eine ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: praxis, Seite 74
von Justine Bayod Espoz
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