Der direkte Weg zu tanz – Vorschau auf kommende Ausgaben
im jahrbuch: the big five_________
John Neumeier, Martin Schläpfer, Jiří Kylián, William Forsythe – vier Männer und die vor fünf Jahren verstorbene Pina Bausch schufen ein Tanzerbe, am dem sich die Nachkommen noch die Zähne ausbeißen werden. Was genau passiert mit dem hinterlassenen Werk? Welches Testament bereiten Künstler zu Lebzeiten vor, damit sie in die lebendigen Annalen des Tanzes eingehen, damit ihr Opus überdauert, nicht verfälscht wird oder in Vergessenheit gerät? Natürlich könnte man sagen: Wie pietätlos, das schon jetzt zu fragen.
Aber stets geht es der Gegenwart auch um die Zukunft ihrer Vergangenheit. Dazu die internationale Kritikerumfrage. Ab 15. August.
im oktober: jan martens_______
war die Entdeckung des vergangenen Sommers. Da betörte der flämische Choreograf mit «Victor», ließ einen erwachsenen Tänzer und einen 12-jährigen Jungen etliche Beziehungen ausprobieren: Vater – Sohn, Schüler – Lehrer, Täter – Opfer, ohne dass es eindeutig wurde: War’s nun ein Stück über Kindesmissbrauch? Jetzt ist Jan Martens einer von drei Residenzchoreografen am Düsseldorfer tanzhaus nrw, ein Aufsteiger. Aber wie steigt man auf, nach so einem glücklichen Wurf?
______ der ...
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Tanz August/September 2014
Rubrik: impressum, Seite 104
von
dvd_________
le corsaire
Monsieur Petipa, wie haben Sie das gemacht? Da heute keiner mehr – wie einst François Truffaut Alfred Hitchcock – diese Frage stellen kann, muss sich der zeitgenössische Cho-reograf entscheiden: Rekonstruiere ich aufwendig, empfinde ich nach oder schaffe ich gleich komplett einen Klassiker neu? Gerade bei Marius Petipas «Le Corsaire», der...
Freundlich, bubenhaft und sehr eloquent – so begegnet einem Monsieur Charmatz, gerade 41 Jahre alt und zum dritten Mal Vater geworden. Unter den zeitgenössischen Choreografen ist er der Utopist und Ermöglicher, jemand, der Glück und Esprit künstlerisch in Bewegung hält und zusammen mit anderen Performern auf ungewohnte Bahnen lenkt. Seine Spielfreude schließt das...
Der Titel klingt dramatisch: «Coup Fatal», also «Todesstoß». So heißt Alain Platels neue Arbeit, die bei den «Wiener Festwochen» im Burgtheater uraufgeführt wurde. Das Bühnenbild – ein breiter Vorhang aus Schnüren, auf die, wie dem Programm zu entnehmen ist, Patronenhülsen gefädelt sind – verstärkt diese Kriegsmetapher. Versammelt sind: eine 13-köpfige Gruppe von...
